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Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begeht im Jahr 2025 ihren 40. Geburtstag. Sie wurde 1985 gegründet, um Geriatrie in Wissenschaft und Politik zu positionieren, Wissen zu vermitteln, einen Facharztstatus Geriatrie zu erreichen sowie eine eigenständige Altersmedizin in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation zu etablieren. Wie konnte sie diese Ziele erreichen? Es werden 3 Methoden eingesetzt: (1) eine halbstrukturierte und offene Befragung (n = 28), (2) ein sehr umfassendes Quellenstudium mit Identifizierung von 4 Meilensteinen auf Basis der historischen Ethnographie sowie (3) eine Inhaltsanalyse aller Protokolle (n = 36) der Mitgliederversammlungen über 40 Jahre. Die DGG erreicht fast alle Ziele – und darüber hinaus. In den Themen Ernährung, Alterstraumatologie und Assessment erarbeitet sie eigenständig Evidenz. Durch hervorragende internationale Vernetzung kann man wissenschaftliche Exzellenz bei ihr finden. Allerdings ist das Ziel eines Facharztes Geriatrie noch nicht erreicht. Nur ein Fachgebiet wie die Geriatrie mit der DGG kann den komplexen Erfordernissen älterer Menschen gerecht werden.
Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie
PRoFinD
Prävention und Rehabilitation osteoporotischer Frakturen in benachteiligten Populationen
Q7
Querschnittsfach 7
SFGG
Schweizerische Fachgesellschaft für Geriatrie
STIKO
Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut
UEMS
Union Européenne des Médecins Spécialistes
WB
Weiterbildung
WfG
Wissenschaftsforum Geriatrie
ZGG
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Gemessen an der Zahl der Betten ist die Geriatrie in Deutschland einer der wichtigsten Akteure im Krankenhaus. Geriatrie ist als Fachgebiet in der klinischen Versorgung und auch zunehmend im universitären Kontext etabliert. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) bietet Perspektiven für die inhaltliche Ausrichtung des Faches auf wissenschaftlicher Grundlage. Fast alle Gründungsziele der DGG aus dem Jahr 1985 sind heute erreicht – und darüber hinaus. Wie hat die DGG dies geschafft?
Ein Blick zurück soll dies verdeutlichen, beim Blick voraus steht allerdings die Anerkennung des Facharztstatus für die Geriatrie noch an. Und das inzwischen erreichte akademische Fundament bedarf eines weiteren Aufbaus.
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Einleitung
Am 02.03.1985 gründeten in Essen 50 Ärzte die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie [1]. Diese ging aus der interdisziplinär aufgestellten Deutschen Gesellschaft für Gerontologie (ab 1991 Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie, DGGG) hervor. Die DGG ist ausschließlich medizinisch ausgerichtet.
Eines der Hauptziele war und ist es, die Einführung eines Facharztes (ff. gleichlautend mit „Schwerpunkt“ gebraucht) für Geriatrie durchzusetzen. M. Bürger wird mit dem Ziel der „Eigenständigkeit einer Altersmedizin in Prävention, Diagnostik, Therapie sowie Rehabilitation“ adaptiert [1, S. 8]. Die Gründungsziele sind:
Positionierung in Wissenschaft und Politik,
Wissensvermittlung (Fort- und Weiterbildung, Jahrestagungen),
Facharzt Geriatrie,
Eigenständigkeit einer Altersmedizin in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation.
Eine notwendige Voraussetzung ist es, die wesentlichen Inhalte des Fachs zu vertiefen.
So fordern es seit 1991 J. Bruder [2, S. 6], E. Lang [3] und G. Kolb [4] sowie auch J. M. Bauer 2017 [5, S. 743].
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Zielsetzung und Fragestellung
Zu verstehen, wo ein Fach steht und was erreicht, aber auch was nicht erreicht wurde, gelingt nur, wenn man seine Geschichte kennt. Deshalb werden die Anfänge der DGG im Folgenden dokumentiert, markante Entwicklungsabschnitte charakterisiert, mit den Gründungszielen verglichen und bewertet. Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher und fachpolitischer Rahmenbedingungen soll die Entwicklungsschichte der DGG eingeordnet werden.
Methoden
Da alle Autorinnen/Autoren gleichzeitig Akteure innerhalb der DGG sind oder waren, kommen folgende 3 unterschiedliche Methoden zum Einsatz:
(1) Es erfolgen Interviews von ehemaligen und amtierenden Präsidenten (Tab. 1), WB-Beauftragten (Tab. 2) und weiteren Personen getrennt voneinander in teilstrukturierter (Fragebogen in Abb. 2 des Zusatzmaterials online) sowie offener Form.
Tab. 1
Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
1985–1985
M. Bergener
1985–1993
C. Lucke
1993–1996
R. Heinrich
1996–2003
I. Füsgen
2003–2005
G. Kolb
2005–2008a
C. Sieber
2008–2010
W. Vogel
2010–2012
W. Hofmann
2012–2014
R.-J. Schulz
2014–2016
R. Püllen
2016–2018
J. M. Bauer
2018–2021b
H. J. Heppner
2021–2023
R. Wirth
2023–2025
M. Gosch
2025–
M. Denkingerc
a Verlängerte Amtsperiode, da Kassenabschluss nicht zeitgerecht vorhanden und zunächst keine Entlastung möglich
b Verlängerte Amtsperiode durch Pandemie bedingt
c Bei Beitragsabschluss Präsident elect
Tab. 2
Weiterbildungsbeauftragte
1985–1991
I. Füsgen
1991–1995
H. Werner
1995–1997
R. Neubart
1997–2003
T. Stamm
2003–2005
D. Lüttje
2005–2021
M. Meisel
2021–ff.
K. Singler
(2) Ein anschließendes Quellenstudium orientiert sich an Punkten und Fragestellungen, die aus den Interviews hervorgehen. Auch werden Meilensteine (Handlungsknoten) identifiziert sowie die Geschichte der DGG in Phasen eingeteilt und beschrieben (Tab. 6). Dabei kommt die historische Ethnographie als qualitative Methode der teilnehmenden Beobachtung zum Einsatz (sog. Melbourne-Schule; [6]).
(3) Ferner wird eine Inhaltsanalyse in Anlehnung an Mayring [7] anhand von 36 Dokumenten aus Mitgliederversammlungen durchgeführt. Die darin enthaltenen Themen werden mit einer Schwerpunktskala (Heatmap) für jede der Perioden (Abb. 5) gesondert bewertet.
Weitere Details zu den Methoden sind im Zusatzmaterial online ausgeführt.
Ergebnisse
Die mithilfe der unterschiedlichen Untersuchungsmethoden beschriebenen Ergebnisse kommen im Folgenden zusammenfassend zur Darstellung.
Interviews
Alle 28 Befragten, die adressiert werden können, melden sich zurück (Rücklaufquote 100 %) und werden als Koautoren in diese Studie aufgenommen. Die Formate und die Ausführlichkeit der Antworten sind sehr unterschiedlich (schriftlich, elektronisch, telefonisch).
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Vier Geriater der Gründungsjahre (darunter H.-J. Naurath und H. G. Nehen als Unterzeichnende im Vereinsregister [8, 9]) bestätigen die Formulierung zum Gründungsgedanken der DGG.
Mehrheitlich werden die Konsolidierung, fachliche Entwicklung und strategische Ausgestaltung der DGG über die Jahrzehnte begrüßt. Vereinzelt, wenn schwierige Phasen in der Vergangenheit der DGG in der Erinnerung noch präsent sind, fällt die Bewertung der DGG kritischer aus.
Fragen nach dem Fächerkanon und das Thema von Interprofessionalität in einer rein ärztlichen Fachgesellschaft werden reflektiert. Es werden Themen nahegelegt, an denen sich das Quellenstudium und die Einteilung der Phasen orientieren können.
Es werden auch Probleme gesundheitsökonomischer, finanzierungsrelevanter, länderspezifischer und struktureller Art („akut vs. Reha“) benannt. Darauf geht diese Untersuchung nicht ein. Es wird aber darin deutlich, dass sich die DGG über ihre eigentliche Zielsetzung als rein medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft hinausgehend mit gesundheits-, tagespolitischen und auch mit beruflichen Fragen befasst. Die anhaltende und gut abgestimmte Kooperation mit dem Bundesverband Geriatrie (BVG) ist in diesem Kontext unverzichtbar und mittlerweile sehr gut etabliert.
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Entwicklungsphasen mit Meilensteinen (Handlungsknoten) 1985–2025
Die Geschichte der DGG wird nach den Antworten aus den Interviews und nach dem Quellenstudium in folgende 4 Phasen (Tab. 6) eingeteilt:
Phase/Meilensteine (Handlungsknoten)
I.
1985–2001: Gründungsphase mit politischer Wende (1990):
doppelter Aufbruch in Ost und West
II.
2002–2010: Beginn der Rotation der Präsidenten:
Etablierung wissenschaftlicher Evidenz
III.
2011–2019: nach einer Krise:
Konsolidierung, Professionalisierung und Entwicklungsschub
IV.
2020 ff.: Beginn der Covid-19-Pandemie:
Weg zu wissenschaftlicher Exzellenz
I Gründungsphase 1985–2001 mit politischer Wende (1990): doppelter Aufbruch in Ost und West
Etwa seit den 1980er sind – nach den allerersten Anfängen in den 1970er-Jahren – zunehmend geriatrische Klinikabteilungen vorwiegend in NRW und Hamburg entstanden. Diese werden geleitet von jungen Internisten, die „sich der Altersmedizin verschrieben hatten“ und auf die Gerontologie treffen (C. Lucke [10, S. 10]).
Klinikgründungen gehen zeitlich nicht von ungefähr mit dem Start der DGG einher. Diese werden von der Politik, den Sozialministerien, zwar vorangetrieben – vonseiten der Kostenträger aber nicht immer voll gegenfinanziert. Einige junge Chefärzte stehen in Verteilungskämpfen mit anderen Fachgebieten. Und die DGG findet sich unerwartet in der Rolle, berufsständische Interessen mitzuvertreten.
Die Solidarität und Einsatzbereitschaft von I. Füsgen stechen hervor. Wenn die Existenz einer Klinik „auf der Kippe“ steht, „ist mit seiner Unterstützung vor Ort immer zu rechnen“ (W. Hofmann [11]). Dahingegen fühlen sich manche Geriater von Gerontologen nicht nur nicht vertreten, sondern „regelrecht vorgeführt“ (C. Lucke [12, S. 10]).
Geriater der ersten Stunde beziehen Expertise v. a. aus der Schweiz (Basel und Zürich), Großbritannien, Skandinavien und den Niederlanden; diese speist sich aus meist nur sehr kurzen, selten auch längeren Hospitationen in diesen Ländern. Ansonsten „waren wir reine Autodidakten“ (C. Lucke [13]).
Reisen ins europäische Ausland zu Kongressen waren damals eher ungewöhnlich („zeitlich und finanziell sehr aufwendig“, W. Hofmann [11]). Dem Wissensdurst und dem europäischen Gedanken nachkommend organisiert H. Werner die Internationalen Frankfurter Symposien (1981–2002) zweijährlich in Deutschland. Diese dienen auch der wachsenden DGG als Forum zum Austausch.
Konzepte vernetzter Strukturen in den europäischen Ländern im Sinne einer systemischen Gesamtversorgung erfahren hohe Aufmerksamkeit. Tageskliniken werden gegründet (erstmals schon im Jahr 1978 durch B. Kark in Frankfurt a. M.) – heute Standard an einer Vielzahl geriatrischer Kliniken [14‐16]. Symposien und Tagungen mit der Gerontopsychiatrie zu diesem gemeinsamen Themenfeld finden statt [17].
1986 beginnt die DGG, regelmäßig Jahrestagungen für ihre Mitglieder durchzuführen (Tab. 3). Dazu kommen Fortbildungsveranstaltungen für Pflegende sowie Haus- und Klinikärzte. Rasch und flächendeckend werden diese mit Unterstützung der Industrie in allen Bundesländern vor und nach der Wende „auf die Beine gestellt“. Sie umfassen verschiedenste Themen, haben aber auch Ratgebercharakter (Reisen, Impfen, Ernährung, Trinken, Obstipation, Wundversorgung/Dekubitus, Schlaf, Depression u. v. a. m.).
Tab. 3
Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
Jahreskongress
Motto
Gemeinsam mit …
Organisation/Kongresspräsident
1.
1986
Offenburg
–
–
B. Fischer
2.
1987
Duisburg
–
–
C. Lucke
3.
1989
Hannover
–
–
C. Lucke
4.
1991
Castrop-Rauxel
–
–
C. Lucke
5.
1993
Nürnberg
–
DGGG (ÖGGG, SFGG)
E. Lang
6.
1995
Hamburg
Schwerpunkt: Assessment
–
J. Bruder, H.-P. Meier-Baumgartner
7.
1997
München
–
–
R. Heinrich
8.
1999
Hannover
–
–
I. Füsgen
9.
2001
Berlin
–
–
I. Füsgen
10.
2002
Berlin
–
–
I. Füsgen
11.
2003
Berlin
Der ältere Patient: Lust oder Frust?
–
I. Füsgen, K. Hager
12.
2004
Berlin
–
–
G. Kolb
13.
2005
Fulda
–
ÖGGG
G. Kolb
14.
2006
Berlin
Alter ist Vielfalt!
ÖGGG
C. Sieber, F. Böhmer
15.
2007
Nürnberg
Alter als gesellschaftliche Herausforderung
–
C. Sieber
16.
2008
Potsdam
Alter(n) gestalten
DGGG, ÖGGG, SFGG
C. Sieber
17.
2009
Wien
Alter Mensch – neue Technologien
ÖGGG, DGG
K. Pils, W. Vogel
18.
2009
Göttingen
–
–
W. Vogel
19.
2010
Potsdam
Yes, we care!
ÖGGG
W. Hofmann, W. Vogel
22.a
2011
Bad Bramstedt
Leben ist Bewegen
–
W. Hofmann
24.a
2012
Bonn
Alternsforschung: transnational und translational
DGGG, ÖGGG, SFGG
R.-J. Schulz, M. Gogol
25.
2013
Hof
Geriatrie in Partnerschaft
–
H. J. Heppner
26.
2014
Halle/Saale
Stress und Altern – Chancen und Risiken
DGGG, ÖGGG, SFGG
R. Püllen, A. Simm
27.
2015
Frankfurt a. M.
Zukunft der Medizin – Medizin der Zukunft
–
R. Püllen
28.
2016
Stuttgart
Leben und Altern – Funktionalität und Qualität
DGGG
J. M. Bauer, S. Zank
29.
2017
Frankfurt a. M.
Evidenz und Innovation in geriatrischer Diagnostik und Therapie
–
J. M. Bauer
30.
2018
Köln
Vielfalt des Alterns: biomedizinische und psychosoziale Herausforderungen
DGGG
H. J. Heppner, U. Müller-Werdan
31.
2019
Frankfurt a. M.
Geriatrie – jung und grenzenlos
–
H. J. Heppner
32.
2020
Online
Junge Ideen für alte Menschen – von der Epigenetik bis zur Lebenswelt
–
R. Wirth, A. Simm
33.
2021
Online
Geriatrie – Brücke zwischen Generalisten und Spezialisten
–
R. Wirth
34.
2022
Frankfurt a. M.
Altern im Spannungsfeld von Resilienz und Vulnerabilität
DGGG
R. Wirth, A. Simm
35.
2023
Frankfurt a. M.
Geriatrie = E3 – Evidenz, Empirie und Empathie
–
M. Gosch
36.
2024
Kassel
Altern ohne Grenzen
DGGG
M. Gosch, K. Aner
37.
2025
Weimar
Geriatrie – Gefragt, Gereift, Gestärkt
–
M. Denkinger
Abkürzungen s. Abkürzungsverzeichnis
a Nachdem im Jahr 2009 ein deutscher DGG-Kongress gemeinsam mit der ÖGGG in Wien stattgefunden hatte, wurden hier weitere gemeinsame ÖGGG-, DGGG- und DGG-Kongresse, z. B. in Wien und/oder Bad Hofgastein, in die Zählweise aufgenommen – in dieser Tabelle aber nicht gesondert ausgewiesen
Interaktive Workshops adressieren Pflegende, Angehörige und therapeutische Berufsgruppen darüber hinaus mit dem interprofessionellen Gedanken. Häufig finden diese Veranstaltungen in Pflegeheimen statt, besucht von Hunderten Teilnehmern und ereignen sich in einer Zahl, sodass nicht alle durch Präsenz von Vorstandsmitgliedern der DGG bedient werden können [18, S. 39]. Die DGG ist einem enormen Bedarf nachgekommen. „Welche andere ärztliche Organisation hat dies denn bisher gemacht?“ (C. Lucke [10, S. 11]).
Diese Aktivitäten finden Ausdruck in einer Vielzahl von Medienberichten, Newslettern, Journalen, gedruckten Periodika (Tab. 4) und weiteren Fortbildungsformaten (Tab. 5). Unter den Organisatoren, Herausgebern und Veranstaltern ist der Name I. Füsgen häufig zu finden. Er fördert als Inhaber eines der ersten und besonders aktiven Geriatrielehrstuhls in Witten/Herdecke (seit 1989) 6 Habilitationen [19] und mehrere Promotionen. Er versteht es besonders, „zu begeistern“ (H.-J. Naurath [8]).
Tab. 4
Zeitschriften und Periodika der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
Herausgeber
Verlag
1981–2001
Fortbildungstage praktische Geriatrie, Universität zu Lübecka
R.-M. Schütz
Universität zu Lübeck
1989–1999
Geriatrie-Praxis
I. Füsgen, H.-P. Meier-Baumgartner, E. Steinhagen-Thiessen u. a.
MMV
1989–1999
Schriftenreihe Geriatrie-Praxisa
I. Füsgen
MMV
1990–1999
Fortbildungstage Neuss mit Geriatrie-Praxisa
I. Füsgen
MMV
1991–1996
Extracta geriatrica
H. G. Nehen, H.-J. Naurath
Selecta
1991–1999
Geriatrie Forschung
E. Lang, I. Füsgen
MMV
1999–2003
European Journal of Geriatrics
G. Kolb, E. Lang, I. Füsgen
Vincentz
2004–2010
–
–
Gerikomm
1999–2003
Geriatrie Journal
I. Füsgen u. a.
Vincentz
2004–2010
–
–
Gerikomm
2000–2003
Geriatrie online
G. Kolb, I. Füsgen
Vincentz
2003–2010
Geriatrie News
G. Kolb, I. Füsgen
Gerikomm
2011ff.
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
J. M. Bauer, M. Gosch, H. J. Heppner, W. Hofmann, R. Püllen, C. Sieber, R.-J. Schulz, U. Thiem, R. Wirth u. a.
Springer Medizin
2019–2021
Geriatrie-Report
H. J. Heppner
Springer Medizin
Abkürzungen s. Abkürzungsverzeichnis
a Periodikum: jährliches Intervall
Tab. 5
Neue Fortbildungsformate
1999–2013
Seminar Ambulante geriatrische Rehabilitation (T. Stamm)
2013 bis ca. 2020
Curriculum Geriatrische Grundversorgung in mehreren Landesärztekammern (M. Meisel)
2012–ff.
CME-Beiträge in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie (W. Hofmann, H. J. Heppner, M. Gosch)
2013–2015
eCurriculum Geriatrie (C. Sieber, K. Singler)
2023–ff.
Webinare, monatlich (R. Wirth, K. Singler)
Manche bemängeln in den ersten Jahren das wissenschaftliche Niveau der Tagungen. E. Lang vermittelt: „Woher sollte dieses aus dem Nichts entstehen?“ [20, S. 163]. Dennoch, auch „rein praktisch orientierte Sitzungen sind zuzulassen“ (20, S. 164). Für das Organ „Geriatrie Forschung“ konstatiert er allerdings: Es wäre „wünschenswert gewesen, auch eine Auswahl vornehmen zu können“ (20, S. 165).
In den 1990er-Jahren entstehen erste Arbeitsgemeinschaften (AG; Schlaganfall, Inkontinenz, Onkologie, Polypharmazie, Ernährung u. a.) – verbunden mit eindeutigen Aufforderungen der Präsidenten ab 1993 wie R. Heinrich [21], Standards zu erstellen und Leitlinien nach den Regeln der AWMF zu entwickeln. Nach einem Jahrzehnt sind erste Leitlinien auf dem Niveau von Evidenz (Ernährung 2004) und als Konsens (Inkontinenz 2005) erarbeitet [11, 22].
1990 wird auch die Deutsche Gesellschaft für Alternsforschung (DGfA) gegründet, die sich primär auf die wissenschaftliche Grundlagenforschung des Alterns mit dem Schwerpunkt Longevity fokussiert [23].
1991 wandelt sich das Verhältnis zur DGGG. In der Mitgliederversammlung steht der Antrag zur Abstimmung, sich wieder der DGGG – jetzt unter der Präsidentschaft des Arztes R.-M. Schütz – anzuschließen. Die Mehrheit spricht sich zwar für die Eigenständigkeit der DGG aus – erneut unterstützt aus dem NRW-Sozialministerium [10]. Jetzt beginnen aber anhaltende Kooperationen mit der DGGG, der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie (DGGPP), gegründet 1992, der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) – und dem BVG (gegründet 1993 als Bundesarbeitsgemeinschaft Geriatrie, BAG).
Erleichtert wird die Kooperation mit der DGGG durch gleichzeitig bestehende Mitgliedschaften in beiden Gesellschaften. „Eigentlich war das Verhältnis zur DGGG trotz des Trennungsbeschlusses doch recht gut“ (H. Werner [16]). E. Lang organisiert 1993 den ersten gemeinsamen DGGG-DGG-Kongress (unter Beteiligung von ÖGGG und Schweizerischer Fachgesellschaft für Geriatrie (SFGG)).
Man hat sich in jener Zeit wenig um das Thema Demenz gekümmert [13], diese gilt eher als Ausschlusskriterium für eine geriatrische Behandlung [24, 25]. H. B. Stähelin fordert noch im Jahr 2000 dazu auf, „Methoden für … Patienten mit kognitiven Defiziten zu entwickeln“ [26, S. I/24]. Umso mehr sind die Einrichtung einer ersten Demenzstation und Memory Clinic bereits eine Dekade zuvor, ab 1990 durch H. G. Nehen zu würdigen [27]. Heute verfügt die Geriatrie über anerkannte Expertise und integrative Behandlungskonzepte in all ihren Kliniken [28], darunter 51 Spezialstationen für Demenzkranke [25].
1992 macht T. Nikolaus erstmals das aus den USA stammende Konzept des Comprehensive Geriatric Assessment (CGA) bekannt [29].
Dass es „den geriatrischen Notfall nicht gibt“ (A. Schramm [30, S. 219]), ist 1993 noch verbreitete Auffassung – organbezogene Besonderheiten werden allerdings anerkannt.
1995 lädt R. Heinrich die Arbeitsgruppe Geriatrisches Assessment (AGAST) zur Vorbereitung einer Handlungsanleitung für die Praxis von Assessment nach München ein [11, 31]. Es wird eine Broschüre publiziert [32], die bis zum Erscheinen der S1-LL auf Initiative durch S. Krupp [33] im Jahr 2019 Richtschnur zum Thema bleibt.
Assessment bestimmt auch den Jahreskongress 1995, rückt danach in der DGG aber bis zur Vorstandsinitiative zur Publikation einer zusätzlichen S3-LL im Jahr 2024 in den Hintergrund, obwohl schon damals E. Lang darauf hinwies, dass Assessment „das einzig Messbare ist, das wir haben“ [20, S. 163]. Einer der Gründe mögen Befürchtungen gewesen sein, damit „seine Therapiefreiheit einzuschränken zu müssen“ (W. Hofmann [29, S. 533]).
Einzelne Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) wehren sich 1999 noch „strictissime gegen einen Schwerpunkt Geriatrie“ (I. Füsgen [34, S. 46]) – eine anfängliche Haltung, die sich in den kommenden Jahren zu einem deutlichen Pro Facharzt mit Schwerpunkt Geriatrie wandeln sollte.
Erste größere multinationale Projekte mit deutscher Beteiligung zur Prävention beginnen in dieser Zeit, wie die Studie PRevention in Older people – Assessment in GEneralists’ practices (PRO-AGE; A. Stuck [35]) und danach die Longitudinal Urban Cohort Ageing Study (LUCAS), in Hamburg (W. v. Renteln-Kruse, U. Thiem [36, 37]).
2001 wechselt C. Sieber von Basel auf den ersten, im Jahr 1973 eingerichteten Lehrstuhl Innere Medizin – Geriatrie in Erlangen-Nürnberg. Die damalige Stimmung beschreibt er mit dem Satz: „Geriatrie hat man bei uns in Deutschland ja nicht so gern“ (C. Sieber [40]). Dank seiner vorangegangenen beruflichen und wissenschaftlichen Stationen in Genf, Yale und London bringt er die internationale Vernetzung ganz entscheidend voran – und damit auch die Anerkennung der DGG im deutschen Raum.
Die DGG delegiert von 1985 bis in die Gegenwart H. Werner, D. Lüttje, R. Hardt, G. Kolb, R.-J. Schulz, J. M. Bauer, R. Püllen, R. Wirth für die Repräsentanz der DGG in der European Geriatric Medicine Society (EuGMS). D. Lüttje unterstützt das Bemühen um die Facharztanerkennung in Deutschland auf europäischer Ebene (durch seine Mitarbeit in der European Union of Medical Specialists – Geriatric Medicine Section, EUMS-GMS) über lange Zeit.
Tab. 6
Meilensteine in der Entwicklung seit 1985
Jahr
Meilensteine (Handlungsknoten)
Markante Ereignisse (Auswahl)
Ab 1985
Gründungsphase
Flächendeckende Disseminierung alters- und praxisrelevanter Themen (I. Füsgen)
– Für Ärztinnen/Ärzte, Pflegekräfte, therapeutische Berufsgruppen in Pflegeheim, Klinik und Praxis
– Mit Vorträgen, Tagungen, Seminaren, Medien, Fortbildungszeitschriften, Periodika (I. Füsgen)
Um 1990
Wende
Fortführung der intensiven Fortbildungstätigkeit in den neuen Bundesländern (I. Füsgen)
Zuwachs an geriatrischen Klinikabteilungen und Tageskliniken in neuen Bundesländern
Erste Demenzstation (1990, H. G. Nehen) und erste Memory Clinic (1991, H. G. Nehen), Essen [24, 25, 27]
Zusatzweiterbildung (1992, H.-P. Meier-Baumgartner, J. Bruder)
Erster gemeinsamer DGG-DGGG-Kongress unter Beteiligung von ÖGGG, SFGG, Nürnberg (1993, E. Lang)
Um 1995
EAMA-Board (1995 ff., T. Nikolaus, C. Sieber, K. Singler u. a.)
Ca. 1995 erste AG: Polypharmazie (W. von Renteln-Kruse), Inkontinenz (A. Wiedemann) u. a.
Ca. 1995 Alterszahnmedizin erstmals Lehrinhalt in Witten/Herdecke (H.-J. Naurath [41])
Erster Facharzt (Land Brandenburg, 1996, R. Neubart [42])
2000–2001
Wissenschaftliches Handbuch (2000, I. Füsgen [38])
Wissenschaftliches Lehrbuch (2000, T. Nikolaus, W. von Renteln-Kruse [39])
Start der Beteiligung an multinationalen Projekten zur Prävention (A. Stuck, W. von Renteln-Kruse [43, 44], später U. Thiem)
2002–2010
Rotation der Präsidenten
Forschungskolleg Geriatrie Robert Bosch Stiftung (2002–2014, H. B. Stähelin, A. Stuck, T. Nikolaus, C. Sieber, C. Becker u. a.)
Querschnittsfach Q7 Medizin des Alterns und des alten Menschen verpflichtend im Regelstudiengang Medizin etabliert (2004, K. Hager, C. Sieber, M. Meisel)
2004 erste DGG-Leitlinie (gemeinsam mit DGEM) auf Evidenzniveau (Ernährung) nach Regeln von AWMF und ÄZQ (D. Volkert, R. Lenzen-Groß-Imlinghaus, U. Krys u. a.)
Erster gemeinsamer Kongress mit ÖGGG (2005, K. Pils, G. Kolb)
NVL unter Beteiligung der DGG (ca. 2006, A. Zeyfang): Diabetes
Erster DGG-Kongress in Wien, Österreich (2009, W. Vogel, K. Pils)
NVL unter Beteiligung der DGG (2009, R. Hardt): chronische Herzinsuffizienz
Erste internationale Publikation FORTA (2009, M. Wehling [46])
2011–2017
Nach einer Krise
Professionalisierung der Pressearbeit (2011 ff., R.-J. Schulz, W. Hofmann)
Übergang des Eur J Ger in Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie mit ÖGGG, DGGG und BVG (2011, W. Hofmann, R.-J. Schulz)
Unabhängige Reviews von Zeitschriften- und Kongresseinreichungen (2011, R.-J. Schulz, W. Hofmann)
Beginn strategischer Nachwuchsarbeit (Gründung AG) (2011, R.-J. Schulz, K. Singler [47, 48])
Erster Bericht zu geriatrisch-unfallchirurgischem Co-Management (2011, M. Gosch)
DGG während Jahreskongress (im ehem. Bundestag Bonn) erstmals in Publikumsmedien umfassend wahrgenommen (2012, R.-J. Schulz)
Positionspapier ISAR (2012, U. Thiem)
Pilotaudit (Peer-to-Peer durch DGU und DGG) alterstraumatologischer Zentren (2012, M. Gosch, W. Hofmann, R. Püllen)
Robert Bosch Stiftung (2014) fördert Lehrstühle in Heidelberg (J. M. Bauer), Göttingen (C. von Arnim) und Aachen (C. Bollheimer) [23]
Positionspapier geriatrische Demenzstation (2014, W. Hofmann)
Start gemeinsamer Kongresse mit DGU (2014, C. Becker)
Konsolidierung, Geschäftsstelle (2015 ff., R. Püllen)
Positionierung geriatrischer Inhalte im NKLM (2015ff., R.-J. Schulz, H. J. Heppner, K. Singler)
Erstes Treffen von 9 Lehrstuhlinhabern (2016, R. Püllen)
2018–2019
DGIM-Kongress mit geriatrischen Schwerpunkten (Wiesbaden, C. Sieber)
EuGMS-Kongress Berlin (J. M. Bauer)
BMBF (2018) initiiert Lehrstühle in Oldenburg (T. Zieschang), Greifswald (M. Gollasch), Halle (T. Prell) und Ulm (M. Denkinger) [23]
Weißbuch Alterstraumatologie (2018, K. Rapp, C. Becker) mit Daten aus PRoFinD
NVL unter Beteiligung der DGG (2019, H. J. Heppner): COPD
Erste AWMF-S1-LL der DGG (2019, S. Krupp): Assessment [33]
Konsenspapier geriatrischer Intensivmedizin (2019, H. J. Heppner, C. Sieber, U. Müller-Werdan, R. Wirth)
2020–2023
Pandemie
Kooperation mit DIVI (2020, H. J. Heppner)
Krisenmanagement unter Nutzung aller vernetzten Strukturen (2020ff., H. J. Heppner, R. Wirth, M. Gosch)
Hohe Medienpräsenz (2020ff., H. J. Heppner, R. Wirth, M. Gosch)
Beginn regelmäßig strukturierter Treffen von 14 Lehrstuhlinhabern mit Forschungsnetzwerk (2022, R. Wirth)
Beteiligung an World Falls Guideline (2022, C. Becker)
Gründung: Junge Geriatrie (2022, K. Singler, R. Wirth)
WfG als Nachfolgeorganisation von Forschungskolleg Robert Bosch (Sprecher: P. Benzinger, O. Krause) in DGG integriert (2023, H. J. Heppner, R. Wirth)
2024 ff.
Wissenschaftliches Lehrbuch (J. M. Bauer, C. Becker, M. Denkinger, R. Wirth [49])
Erste AWMF-S3-Leitlinie (2024, M. Denkinger) der DGG: Comprehensive Geriatric Assessment
51 Demenzstationen (2025, T. Zieschang, S. Schütze, W. Hofmann) [25]
Was ist Geriatrie? 30.000 Aufrufe der DGG-Website
Abkürzung s. Abkürzungsverzeichnis
II Beginn der Rotation der Präsidenten 2002–2010: Etablierung wissenschaftlicher Evidenz
G. Kolb, ein maßgeblicher Betreiber der Rotation, ist erster Präsident nach dieser im Jahr 2002 neu eingeführten Regel. Er fördert anhaltende wissenschaftliche und klinische Kooperationen mit Onkologie und Zahnmedizin, bringt den europäischen Gedanken weiter voran und beschreibt sich selbst als jemanden, der Strukturen („mit Terminpeitsche“) einfordert und Vereinbarungen nachhält [50, S. 43]. In dieser ereignisreichen Periode gelingt es ihm auch – nach ersten vorangegangenen Anfängen – gemeinsame Tagungen mit der DGGG und ÖGGG nun in einem festen Turnus zu etablieren (Tab. 3).
Es startet ein an 7 Zentren in Deutschland und in der Schweiz angesiedeltes Postgraduiertenprogramm der Robert Bosch Stiftung (H. B. Stähelin, T. Nikolaus), in dessen Nachfolge ab 2023 das Wissenschaftsforum Geriatrie (WfG) entsteht – aktuell integriert in die DGG (Sprecher: P. Benzinger, O. Krause; [51]).
2004 wird Medizin des Alterns und des alten Menschen zum verbindlichen Inhalt des Studiums in allen medizinischen Fakultäten (Querschnittsfachs Q7; [52]). „Geriatrie als Bezeichnung kommt darin nicht vor. Diese wird als „Allgemeingut” verstanden, zu dessen Unterrichtung sich … unterschiedliche Fachgebiete berufen fühlen“ (G. Kolb [53, S. 13]).
Mit der Einführung des fallpauschalisierten Entgeltsystems Diagnosis Related Groups (DRG) im Jahr 2004 erhält die Geriatrie nach Metaanalyen [54, 55] und Umsetzungsdaten [56, 57] eine Komplexpauschale zur Frührehabilitation ausgewählter Diagnosegruppen von definierter Behandlungsdauer (OPS 8‑550) im Akutkrankenhaus [58, 59].
Mit dem Trägerverband geriatrischer Kliniken BVG kooperiert die DGG vorbildlich, ein Beispiel: Der BVG leitet eine DRG-Projekt-Gruppe zur Ausgestaltung, während die DGG vereinbarungsgemäß [60, S. 40] fachliche Expertise zu diffizilen Finanzierungsmodalitäten durch ihre WB-Beauftragten einbringt [61].
Es wird die erste DGG-Leitlinie (gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, DGEM) auf Evidenzniveau (enterale Ernährung) nach Regeln der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und des Ärztlichen Zentrums für Qualitätssicherung (ÄZQ) publiziert (D. Volkert, R. Lenzen-Groß-Imlinghaus, U. Krys [62]), regelmäßig aktualisiert und in europäischem Rahmen erweitert (European Society for Clinical Nutrition and Metabolism, ESPEN; [63]).
Etwa 2006 kommt es zu Beteiligungen der DGG an Nationalen VersorgungsLeitlinien (NVL) auf höchstem AWMF-Niveau zum Diabetes durch A. Zeyfang und 2009 zur Herzinsuffizienz durch R. Hardt. Die Demenz-S3-Leitlinie (LL) von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPP) empfiehlt (Grad B) die geriatrische Rehabilitation bei Demenz [64]. M. Wehling publiziert die FORTA-Liste zur Polypharmazie international [46].
2010 bricht das DGG-Budget massiv ein: Anzeigenaufkommen und Industrie-Sponsoring sinken marktüblich in drastischer Weise. Die DGG-Organe Geriatrie Journal, Geriatrie News und European Journal of Geriatrics (Eur J Ger) werden eingestellt. Zuvor schon hatten Verhandlungen mit der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie (ZGG) begonnen. Es werden Vorteile für die Kooperation mit DGGG, ÖGGG und BVG gesehen und Nutzen durch Listung in Datenbanken wie Medline mit Impact-Faktor.
III Nach einer Krise 2011–2019: Konsolidierung, Professionalisierung und Entwicklungsschub
Nicht die DGG als Verband, sondern die DGG-eigene Gerikomm GmbH verzeichnet im Januar 2011 als Herausgeberin der DGG-Organe, Tagungsorganisatorin und Geschäftsstelle die Insolvenz. Die Bündelung geschäftlicher (Industrie) und ideeller Bereiche stellt die Gemeinnützigkeit der DGG infrage. Und eine Satzungsänderung ist nötig, ohne die dafür erforderliche Stimmenzahl (Quorum) realisieren zu können – drei organisatorische Krisen zur gleichen Zeit. Der Ausgang ist nicht abzuwägen, worst case: Auflösung der DGG.
Der Abschied von den drei attraktiven Verbandsorganen ist schmerzlich, die Stimmung in der Mitgliederversammlung 2011 am Rande eines Eklats. W. Hofmann dankt für den „Durchhaltewillen und Geist der Community“ [65].
Mit der Krise kommt die Chance: Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit (2011 Vertrag mit medXmedia) und Tagungsorganisation/Geschäftsstelle (ab 2014/2015 Aey). Die ZGG (Springer Medizin) erscheint im September 2011 erstmals als Verbandsorgan der DGG zur Jahrestagung. Ungewohnt: Einreichungen durchlaufen ein unabhängiges Review, erstmals auch für diese Tagung. Die Vertragspartner hatten einem wirtschaftlich klammen Verband in der Krise vertraut. Die Kooperationen halten auch 2025 erfolgreich an.
Wie löst sich der Krimi auf? 2012 ist die Gemeinnützigkeit anerkannt, die Satzungsblockade 2014 aufgehoben, das Insolvenz-Verfahren im Januar 2016 beendet, Rückstellungen ins Budget der DGG gebracht und die volle Handlungsfähigkeit wiederhergestellt. Sekretärin A. Kwetkat und Schatzmeister U. Thiem stellen sich diesen Herausforderungen über Jahre.
2011 berichtet M. Gosch erstmals über Ansätze eines geriatrisch-unfallchirurgischen Co-Managements in Hochzirl, Tirol [66]. Die DGG beginnt sich zur Nachwuchspflege strategisch aufzustellen (Gründung einer AG).
Sie intensiviert diese im Jahr 2012 auf dem Kongress Bonn, im ehemaligen Bundestag. Erstmals wird die DGG in Medien nachhaltig wahrgenommen – „ein besonderes Highlight nach der Krise“, so R.-J. Schulz [47]. Es erscheint ein CME-Teil in der ZGG. K. Hauer publiziert im Journal of American Geriatrics Society (JAGS) die erste randomisierte Studie zur Förderung der Mobilität Demenz-Kranker [67]; erstes Pilotaudit 10 alterstraumatologischer Zentren von Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und DGG [68]; U. Thiem bringt Identification of Seniors for Risk (ISAR) in die DGG, es beginnt ein Denken in Prozessen: dem Notfallscreening folgt ein Pfad [69].
Im Jahr 2014 fördert die Robert Bosch Stiftung die Einrichtung der Lehrstühle in Heidelberg (J. M. Bauer), Göttingen (C. von Arnim) und Aachen (C. Bollheimer) [23].
Ein Positionspapier zur Demenzstation (W. Hofmann) ist zu verzeichnen [24].
Auch startet ein erster gemeinsamer Kongress mit der DGU in Stuttgart (C. Becker) mit Folgeveranstaltungen alle 2 Jahre [19].
Ab 2015 werden spezifisch geriatrische Inhalte fortlaufend in den Nationalen Konsensbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) eingebracht (R.-J. Schulz, H. J. Heppner, K. Singler; [70, 71]). Dies trägt zum Verständnis für die Wichtigkeit eines Fachs Geriatrie maßgeblich bei.
2016 organisiert R. Püllen das erste Treffen der damals 9 Lehrstuhlinhaber (Abb. 1). Karriereplanung im Sinne der Nachwuchsförderung ist u. a. dort wichtiges Thema [72].
Abb. 1
Erstes Lehrstuhltreffen am 03.06.2016 in Frankfurt a. M., v. l. n. r. U. Thiem (DGG-Schatzmeister), W. von Renteln-Kruse, C. Bollheimer, C. Sieber, M. Denkinger, U. Müller-Werdan, M. Gosch, H. J. Heppner, R. Püllen (DGG-Präsident), R.-J. Schulz, J. M. Bauer (Foto: U. Thiem)
2018 initiiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die intramural universitären Lehrstühle in Oldenburg (T. Zieschang), Greifswald (M. Gollasch), Halle (T. Prell) und Ulm (M. Denkinger) [23]. C. Sieber platziert als DGIM-Präsident Geriatrie verstärkt auf dem Internisten-Kongress Wiesbaden. K. Rapp und C. Becker untermauern das Weißbuch Alterstraumatologie (DGU, DGG) mit Daten auf Evidenzniveau [73]. Zur Krönung aller europäischen Aktivitäten holt J. M. Bauer den EuGMS-Kongress nach Berlin (Abb. 2).
Abb. 2
J. M. Bauer eröffnet am 10.10.2018 den EuGMS-Kongresss in Berlin (Foto: T. Brinkema)
2019: Wie in Vorahnung des Kommenden beginnen Kooperationen mit Intensiv- und Notfallmedizin, und es erscheint ein Konsenspapier der relevanten Fachgesellschaften (H. J. Heppner, C. Sieber, U. Müller-Werdan, R. Wirth [74]).
IV Beginn der COVID-19-Pandemie 2020 ff.: Weg zu wissenschaftlicher Exzellenz
Beim Einbruch der Pandemie stehen Geriaterinnen und Geriater an der Front des Geschehens. Sie erleben den Tod vieler ihrer Patienten sowie Kolleginnen und Kollegen in Ausübung ihres Dienstes unmittelbar. „Die vulnerable Gruppe der Älteren zu schützen, war von Anfang an Ziel der Politik“ (M. Gosch [75]).
Die DGG weist jetzt bereits langjährige Expertise in Notfall- und Intensivmedizin auf – und eingeübte Kooperationsstrukturen mit relevanten Fächern (Anästhesiologie, Intensivmedizin u. a.). Sie ist vernetzt und, verglichen mit organisatorischen Strukturen der Vergangenheit, gut aufgestellt.
Was sich in der Ablauforganisation im Klinikalltag bewährt, findet publikatorisch Ausdruck in hoher Frequenz – und im „Schulterschluss mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)“ (H. J. Heppner [76, S. 282]) in Form gemeinsamer Stellungnahmen.
So hoch die Wahrnehmung in Fach- und Publikumspresse (554 Artikel, 160.000 Website-Aufrufe, darunter Clinical Frailty Scale [CFS]) auch ist [77], „Politik und Regierung fragen pflegerische Expertise und altersmedizinische Fachkompetenz“ (M. Gosch [75]) in „keiner Phase der Pandemie nach“ (M. Denkinger [78]), obwohl bereits früh von den negativen Folgen der Isolation für ältere Menschen gewarnt wurde [79].
Der Versorgungsdruck in den stationären Einrichtungen gerade älterer Patienten ist extrem. Dennoch kommt es zu Schließungen ganzer Stationen und Bereiche (Versorgungsparadox) (S. Grund [80]). „Bis heute ist die geriatrische Versorgung durch diesen Kahlschlag beeinträchtigt“ (M. Gosch [81]).
Die DGG hebt diese Notstände hervor. Die Pandemie hat aber andere Themen nicht verdrängt.
2021: Becker werden europäische Projekte zur digitalen Geriatrie anvertraut; Metaanalyse aus der Arbeitsgruppe um A. Kwetkat zu Assessment in der Notaufnahme [82].
2022: Beteiligung an World Falls Guideline (C. Becker); Schwerpunktheft der ZGG zu pandemischer Dekonditionierung und erheblich verstärktem Rehabilitationsbedarf (C. Becker, J. M. Bauer 2022 [83]). Highlight dieses Jahres ist die Gründung der Jungen Geriatrie mit über 100 Mitgliedern als DGG-Jugendorganisation nach europäischem Vorbild (Abb. 3).
Abb. 3
Junge Geriatrie vor Graffiti beim gemeinsamen DGGG-DGG-Kongress 13.09.2024, Kassel. (Foto: T. Brinkema)
Nachdem es bereits 2016 das erste Treffen von damals noch 9 Lehrstuhlinhabern gegeben hatte [19], initiieren 2022 die jetzt 14 Geriatrie-Lehrstuhlinhaber ein Netzwerk zur Erforschung von Frailty, Sarkopenie, Post-COVID-Syndrom u. a. [84]. Fortan ist die DGG Plattform für regelmäßig strukturierte Lehrstuhltreffen – ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Gesellschaft.
2023 wird das WfG in die DGG als eigene AG integriert.
Die DGG bringt Ressourcen für die Erarbeitung der im Jahr 2024 publizierten AWMF-S3-LL (Comprehensive Geriatric Assessment: M. Denkinger) aus Mitgliedsbeiträgen auf. Nach den Themen Ernährung und Alterstraumatologie erarbeitet die DGG nun auch für das Assessment Evidenz [85, 86]. Es erscheint ein wissenschaftliches Lehrbuch (J. M. Bauer, C. Becker, M. Denkinger, R. Wirth [49]).
K. Singler und H. J. Heppner etablieren geriatrische Inhalte im Curriculum der Notfallmedizin nicht nur publikatorisch [87], sondern v. a. in der Umsetzung auf Augenhöhe mit den anderen, einschlägigen Fachgesellschaften.
Ergebnisse der Inhaltsanalyse
Zur Durchführung der Inhaltsanalyse werden aus 36 Protokollen der DGG-Mitgliedsversammlungen (MGV), wie z. B. in Abb. 4 dargestellt, und Begleitdokumenten deduktiv – induktiv 5 Haupt- und 19 Nebenkategorien zu Themen gebildet, die dort im zeitlichen Verlauf behandelt werden: ein Spiegel der eingangs geforderten inhaltlichen Vertiefung. Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse sind im Zusatzmaterial online: Tab. 1 dargestellt. Eine zusammenfassende Bewertung findet sich in Abb. 5 (Heatmap).
Abb. 4
Mitgliederversammlung, 08.09.2016, Stuttgart (Foto: T. Brinkema)
Insgesamt handelt es sich hier um einen historischen Rückblick auf die Fragen, für die im Rahmen von Mitgliederversammlungen der letzten 40 Jahre Diskussionsbedarf bestand. Diese sind nicht unbedingt repräsentativ für das aktuelle und künftige Versorgungs- und Forschungsgeschehen. Letzteres kommt v. a. im Kontext der Jahrestagungen (Tab. 3) zum Tragen.Das Thema therapeutische Berufsgruppen/therapeutisches Team wird in den Phasen I und III unter dem Inhalt Interprofessionalität als Kern geriatrischer Inhalte in den MGV immer wieder angesprochen („müssen vermehrt einbezogen werden!“); am Anfang intendiert dies den Einsatz des therapeutischen Teams in Pflegeheimen, um – nach angelsächsischem Vorbild – eine geriatrisch unterstützte Langzeitversorgung zu etablieren. In der Pandemie (Phase IV) publiziert die DGG konkrete Empfehlungen für den Pflegeheimbereich.
Das Konzept des Comprehensive Assessment wird einmalig (Jahrestagung 1995) ausführlich behandelt, auch werden weniger konkrete Forderungen nach Assessment („Wir brauchen eine Assessment-Kommission!“) immer wieder erhoben. Einzelfragen zu Assessment werden zwar bearbeitet (z. B. in einer S1-LL), ohne dass dies Thema in einer der MGV wird. 2022 setzt die DGG eigene Ressourcen ein: mit der Publikation der ersten, von der DGG initiierten S3-LL [85, 86] wird 2024 Evidenz für ein Comprehensive Assessment im Krankenhaus dargestellt.
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In den Nebenkategorien ist AAL einmal (Phase II) vertreten. Digitales Assessment findet – nach Überprüfung in der unabhängigen Zweitanalyse – zwar keine inhaltlich hinreichende Notierung zur Aufnahme in diese Studie im historischen Rückblick. Aktuell ist zwischenzeitlich aber die „Unit Digitale Geriatrie“, Heidelberg, eine der wichtigsten Aktivitäten innerhalb der DGG geworden [88].
Bei der Rehabilitation ist der Wandel im Versorgungsgeschehen der Geriatrie hier gut nachzuvollziehen: anfangs befinden sich noch Spätfolgen von Kriegsverletzungen wie Amputationen im Behandlungsspektrum. Die Rehabilitation nach hüftgelenknahen Frakturen (damals unter Teilbelastung) und v. a. nach Schlaganfall nimmt einen großen Stellenwert ein, während heute die Orthogeriatrie und das Co-Management an Wichtigkeit gewinnen.
Die ambulante und mobile Rehabilitation wird von Anfang an durchgehend intensiv im internationalen Kontext thematisiert, ebenso die Stellung geriatrischer Institutsambulanzen sowie das Entlass- und Case/Care-Management. Gerade „ein fallabschließendes Gesamtversorgungskonzept fehlt in Deutschland nach wie vor“ (W. Vogel [89]). Ausgehend von den noch wenigen Modellprojekten wird eine flächendeckende Ausdehnung zur Überbrückung der Sektorengrenzen gefordert.
Geriatrische Tageskliniken sind bereits selbstverständliche Bestandteile in der Versorgung – daher auch kein Thema mehr in den MGV.
Rehabilitation bei Demenz erhält in Phase II in den S3-LL der DGPP und der DNG einen Empfehlungsgrad B, der in der Folge (aktualisierte LL) wegfällt [64].
Unter den Nebenkategorien sind Robotik und Gerontotechnologie mit jeweils einer Nennung vertreten. Für Dysphagie wurde ein gemeinsam mit der Neurologie (DGN) zertifiziertes Ausbildungsmodul Fiberoptic Endoscopic Evaluation of Swallowing (FEES) entwickelt.
In der Traumatologie zeigt sich ein Paradigmenwandel von ausschließlich unfallchirurgischer Behandlung zu aktivem perioperativem Co-Management unter Einbindung der Geriatrie in die Verantwortung. Ab Phase III beginnen diesbezügliche Aktivitäten, und es wird Evidenz für die hüftgelenknahe Fraktur im Co-Management belegt (Prävention und Rehabilitation osteoporotischer Frakturen in benachteiligten Populationen, ProFinD). Zertifizierte alterstraumatologische Zentren entstehen. Die DGG bringt entsprechende Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Umsetzung.
In der Notfall‑/Intensivmedizin kommt es ebenfalls zu einem Paradigmenwechsel. Während anfangs das Thema einer spezifisch geriatrischen Notfallmedizin negiert, später auch nicht thematisiert wird, setzt in Phase III ein Umdenken in Prozessabläufen und Behandlungspfaden ein – initiiert durch ein Screening in der Notaufnahme. Bereits vor der Pandemiephase werden Kooperationsvereinbarungen mit den notfallmedizinischen Fächern getroffen – eine erfreuliche Voraussetzung für den genannten „Schulterschluss“ in dieser Krise und gemeinsame Empfehlungen zu COVID-19.
Diskussion
Limitierungen
In der vorliegenden Arbeit wird nur ein eingeschränktes Spektrum an Themen angesprochen, nämlich diejenigen, über die in der Gesellschaft diskutiert wird. Die Darstellung gibt im Wesentlichen die historische Sichtweise aus der DGG selbst wieder. Dies ist kein Beitrag zur Definition des Fachs Geriatrie. Dennoch beschäftigt sich die DGG in den Jahren 1991 [2] und 2007 [45] mit diesem Thema. Im Jahr 2024 wird https://www.dggeriatrie.de/ueber-uns/was-ist-geriatrie knapp 30.000-mal aufgerufen [90].
Alle Autorinnen und Autoren repräsentier(t)en gleichzeitig die DGG – als subjektiver Faktor noch verstärkt, wenn Erinnerungen bereits längere Zeit zurückliegen. Es werden daher verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt.
Stellenwert der Interviews/Befragungen
Wie die DGG als ausschließlich ärztliche Fachgesellschaft dem interprofessionellen Anspruch gerecht werden kann, ist die wichtigste Frage, die sich aus den Interviews ergibt. Die Gesamtentwicklung der DGG wird in den Interviews mehrheitlich als positiv angesehen. Die Eingangsdefinition als Anlass der Gründung wird voll bestätigt, sodass die aktuelle Entwicklung der DGG daran gemessen bzw. damit verglichen werden kann.
Beurteilung der Ergebnisse aus dem Quellenstudium
(I) Die Jahre 1985–2001 sind nicht nur vom Wachstum geriatrischer Klinikabteilungen in West und Ost geprägt, sondern auch von einer enormen Verbreitung geriatrischen Praxiswissens für Hausärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Angehörige. I. Füsgen kann man als treibende Kraft dieser Initiativen bezeichnen. Die DGG kommt einem erheblichen Bedarf nach – gefördert von der Industrie.
(II) Von 2002–2010 wird es nach außen stiller (U. Thiem: „keine Pressearbeit, keine Wahrnehmung“ [91]). Im Inneren bestehen Strukturanforderungen: Q7, DRG, AWMF, ÄZQ, NVL … Die Robert Bosch Stiftung gründet die Kaderschmiede „Forschungskolleg“ für Habilitanden – mit grundsätzlich nachhaltigem Erfolg (spätere Lehrstuhlbesetzungen Heidelberg, Ulm, Oldenburg; [23]). Die Industrie geht auf Distanz (neue Regeln für Interessenkonflikte, Marktgeschehen).
(III) Das Jahr 2011 (Phase bis 2019) startet mit einer Krise des Geschäftsbetriebs, Satzungs‑, Gemeinnützigkeitsproblem. In Reaktion darauf kommt es zu einem deutlichen Entwicklungsschub: Professionalisierung, Pressearbeit und publikatorische Neuaufstellung.
Der Kongresskultur entwickelt sich anspruchsvoll – gekrönt vom EuGMS-Kongress in Berlin (2018) mit internationaler Strahlkraft. In der Alterstraumatologie wird Evidenz gezeigt – der erste Schritt auf dem Weg zu wissenschaftlicher Exzellenz. Die Zahl der Lehrstühle steigt, zunehmend nicht nur von Geriaterinnen und Geriatern mit dem Basisfacharzt Innere Medizin besetzt, sondern auch mehr und mehr mit dem Facharzt der Neurologie.
Wesentliche Paradigmenwechsel finden statt: Mitverantwortung im Co-Management der Alterstraumatologie und Kooperationen mit Anästhesiologie sowie Intensiv- und Notfallmedizin.
(IV) Ab 2020: Die DGG ist von der Pandemie maximal getroffen. Sie zeigt sich schlagkräftig und bestens vorbereitet, um sich im DIVI-Verbund mit Empfehlungen, Hinweisen und Publikationen in der Öffentlichkeit zu positionieren. „Wir konnten sehr viel zum Umgang mit älteren Menschen beitragen …, stellenweise waren wir in der Akutversorgung sehr gefragt“ (H. J. Heppner [92]).
Dies wird auch von nichtgeriatrischen Fachgesellschaften positiv angenommen [92], aber leider noch nicht in der Politik. Die DGG artikuliert die drastischen Folgen für ältere Menschen in den Jahren nach der Pandemie, wie Folgeeffekte mit nachlassender Mobilität im Sinne einer pandemischen Dekonditionierung u. a. [83].
In dieser Periode wird die Junge Geriatrie gegründet, das WfG (mit Postgraduiertenprogramm) in die DGG integriert und das erste regelmäßig-strukturierte Lehrstuhltreffen initiiert. Lange währte Assessment in der DGG. Jetzt gibt es auch hier Evidenz.
Inhaltsanalyse
Zu den 5 Hauptkategorien der Inhaltsanalyse (Interprofessionalität, Rehabilitation, Assessment, Notfall, Traumatologie/Chirurgie) erfolgen einige Überlegungen.
Interprofessionalität
Interprofessionalität ist Kerninhalt und geübte Praxis seit Beginn der Geriatrie in Großbritannien. In den 1980er-/1900er-Jahren wird sie in Deutschland mit dem geriatrischen Behandlungsteam als Alleinstellungsmerkmal der Geriatrie in Verbindung gebracht [93]. Ihr kommt ein hoher Stellenwert zu. Die deutsche Hochschulmedizin verortet sie in der ärztlichen Berufsausbildung und -ausübung. Sie ist Prüfungsgegenstand im von der DGG begleiteten NKLM und soll in die Novellierung der künftigen Ärztlichen Approbationsordnung (ÄAppO) eingehen [94].
Dies kontrastiert mit einem Mangel an zitierfähiger wissenschaftlicher Literatur zu Interprofessionalität. Es besteht Forschungsbedarf, z. B. zur Evaluation bestehender Programme (interprofessionelle Praxis, Versorgung, prä- und postgraduierte Lehre; [94]). Auch ist klar, dass es als ärztlich aufgestellte Fachgesellschaft ratsam ist, zu diesem Thema berufsgruppenübergreifende Verbünde zu suchen.
Die DGG könnte ihre vernetzten Strukturen dafür nutzen. Für die internationale Ebene weist O’Neill auf eine Möglichkeit hin: „Gerontology is the overall forum …, serving for all health disciplines involved, … geriatrics is as a focused medicine hub …, no … professional polygamy“ [95, S. 1362]. Die Diskussion ist nicht abgeschlossen.
Assessment
Gegenwärtig ist es notwendig, die neue S3-LL Assessment in ihrem umfassenden Konzept von der Prädiktion bis zu Nachkontrolle und Evaluation des Erreichten in Deutschland bekannt zu machen und zu implementieren. Die Leitlinie beinhaltet einen Gesamtansatz. Auch kommt – trotz bestehender Evidenz im Assessment – z. B. in der Onkologie beim Mammakarzinom „Sekundärprävention wegen fehlender Finanzierung nicht zum Tragen“ (M. Denkinger [23]), obwohl auch die internationalen Leitlinien aus Geriatrie und Onkologie den Vorteil immer deutlicher darlegen.
Rehabilitation
Entsprechend der Gründungsdefinition ist Rehabilitation unabdingbarer Bestandteil der Geriatrie – mit in den historischen Phasen verschiedenen Schwerpunkten von Krankheitsbildern (z. B. deutliche Abnahme der Behandlung von Schlaganfällen) in Deutschland. Die DGG zieht Vergleiche im internationalen Kontext, „um länderspezifische Defizite herauszuarbeiten“ (A. Gordon [96, S. 594, 97]).
Einerseits ist in Deutschland mancherorts Rehabilitation als „das Gesicht der Geriatrie gar nicht so schlecht aufgestellt“ (C. Sieber [98]), auch nicht „im internationalen Vergleich“ (C. Becker, J. M. Bauer [83, S. 636]) – zumindest, was Expertise und konzeptionelle Ausgestaltung betrifft.
Wirksamkeitsnachweise im Zusammenhang rehabilitativer Versorgung in der Akut-Geriatrie werden zuletzt für die hüftgelenknahe Fraktur in der Alterstraumatologie erbracht und sind auch für andere Erkrankungsbilder und Syndrome in dieser Klarheit wünschenswert.
Für den postakuten Bereich der stationären Geriatrischen Rehabilitation gibt es eine Reihe von Arbeiten, die günstige Effekte aufzeigen [99, 100] und eine intensivere Nutzung dieses Versorgungsaspektes nahelegen. Sie ist aber weiterhin nicht flächendeckend verfügbar; es bestehen „evidente Versorgungslücken“ (M. Meinck [101, S. 96].
Der Krankenhausreport 2025 bemängelt für Deutschland eine am Erlös- und nicht am Prozess, also am Versorgungsbedarf, orientierte Fehlsteuerung [102]. Denn im aktuellen DRG-System mündet nur ein Teil der Major Diagnostic Category (MDC) in eine geriatrische Behandlung [101], wie in dieser Inhaltsanalyse an der Diagnose Schlaganfall erkennbar. Unter anderem internistische und neurologische Krankheitsbilder kommen also trotz eines eklatanten Bedarfs in einer Geriatrie überhaupt nicht zur Behandlung, damit auch zu keiner rehabilitativen.
Nicht nur ist geriatrische Rehabilitation fast ausschließlich am Krankenhaus angesiedelt [103, 104]. In einigen Bundesländern erfolgt darüber hinaus eine geriatrische Rehabilitation nur nach Zuverlegung von einem in ein anderes Krankenhaus.
Da ein sehr hoher Anteil geriatrischer Patienten kognitive Einschränkungen aufweist, entstehen in geriatrischen Kliniken spezifische, offensichtlich erfolgreiche Programme – allerdings noch ohne Evidenz [105].
Die ambulante Rehabilitation tritt hinter der stationären zurück. Eine zunehmende Bedeutung erlangt gegenwärtig die mobile geriatrische Rehabilitation, die die Patienten in ihrer häuslichen Umgebung aufsucht und insbesondere für Patienten mit kognitiven Einbußen wesentliche Vorteile bietet.
In Deutschland fehlt v. a. ein „systemisch intersektoraler Ansatz … unter Nutzung digitaler Technologien“ (C. Becker [106, S. 131]). Der seit Jahrzehnten gesetzlich verankerte Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ oder „ambulant vor stationär“ ist zu wenig umgesetzt [101]. Rehabilitation fehlt in der institutionellen Kurzzeit- bis Langzeitpflege, wie es sich sowohl am Material der Inhaltsanalyse als auch an Forderungen bereits vor Jahrzehnten zeigt [107]. Es droht daher eine „Pflegeflut“ (M. Gosch [66]).
Traumatologie/Chirurgie
Auch hier scheint sich das Diagnosespektrum zu wandeln. Amputationen, auch aus dem gefäßchirurgischen Spektrum, spielen offensichtlich zugunsten der hüftgelenknahen Frakturen heute eine geringere Rolle als in früheren Dekaden.
Ein Paradigmenwechsel findet auch hier statt. Die Alterstraumatologie ist ein „Prototyp interdisziplinärer und interprofessioneller“ Kooperation (H. J. Heppner [108, S. 601]). Die Geriatrie zeigt hier ihre Kompetenz vom ersten Behandlungstag an, um auf besonders komplexe Probleme einzugehen. Sie beteiligt sich führend am wissenschaftlichen Austausch mit evidenzgestützten Daten, beteiligt sich an gemeinsamen Tagungen, an Zertifizierungen und an der Umsetzung von G‑BA-Vorgaben zum Co-Management.
Eine alterstraumatologische Versorgung auf hohem Niveau ist zwischenzeitlich weit verbreitet, anerkannt und wird als Modell für ein funktionierendes Co-Management gesehen.
Notfallmedizin
Historisch gesehen beginnt die DGG ebenfalls Anfang/Mitte der 2010er-Jahre, sich mit Notfallmedizin zu befassen, wie im vorliegenden Beitrag gezeigt. Geriatrische Expertise ist bei komplexen Konstellationen vulnerabler Patienten in der Notfallsituation gefragt. Risikostratifikation, Screening und Assessment bei multimorbiden Älteren sind Kernkompetenzen, um über Schnittstellen hinweg angemessene Versorgungs- und Behandlungswege zu bahnen.
Vertreterinnen und Vertreter der DGG beteiligen sich an internationalen Studien zur Notfallmedizin [74, 109‐111], sind an einigen Kliniken in der Notaufnahme eingesetzt und an der Ausbildung beteiligt [112, 113]. Dies hat sich in der Pandemie besonders bewährt. R.-J. Schulz fordert: „Es obliegt nun der DGG, als Primärversorger … in Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten … eine bessere Behandlung anbieten zu können“ [47].
Vergleich der Gründungsziele mit der aktuellen Situation
Die eingangs formulierte Forderung, mit Inhalten „in die Tiefe zu gehen“, ist deutlich vorangeschritten, kann aber keinesfalls als schon abgeschlossen gesehen werden. Im Folgenden werden die einzelnen Gründungsziele der DGG mit der aktuellen Situation verglichen.
Wissenschaft
Evidenz ist im Kontext von Leitlinien durch Beteiligung oder unter Federführung der DGG für die Inhalte Ernährung (2004), Alterstraumatologie (2018) und Assessment (2024) erarbeitet. Auf der Agenda von DGG-Mitgliedern steht eine Vielzahl an Forschungsprojekten nationaler und internationaler Verbünde, die in der DGG mitgeteilt und diskutiert werden. Aktuell im Vordergrund stehen: Post-COVID, digitale Geriatrie, KI, Prävention, Gerontotechnologie und Geroscience. Wichtig seit Längerem sind: Frailty, Osteoporose, Sarkopenie, Polypharmazie, darunter das „ungeliebte“ Deprescribing u. v. a. m. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der DGG bezeichnen Demenz, Polypharmazie, Alterstraumatologie und Notfallmedizin als topics (Junge Geriatrie [114]).
Die DGG arbeitet derzeit an 53 AWMF-LL mit, darunter 4 auf dem Niveau einer NVL (Diabetes, COPD, chronische KHK und Herzinsuffizienz). Vermehrt eigene LL (derzeit 3) zu erarbeiten, „ist klares strategisches Ziel“ (K. Becher [22]). Leitlinienarbeit sollte „Indikator und Monitor … für Entwicklungsprozesse der Fachgesellschaft“ sein (R.-J. Schulz [47]).
Rezent ist das Lehrbuch von J. M. Bauer, C. Becker, M. Denkinger, R. Wirth [49] erschienen.
Im universitären Bereich (Tab. 7) sind aktuell an 14 der 39 medizinischen Fakultäten Lehrstühle für Geriatrie eingerichtet (Abb. 6) – wahrnehmbar im Wissenschaftsbetrieb und eine gute Basis für Vernetzung und weiteren Aufbau geriatrischer Strukturen in Forschung und Lehre.
Tab. 7
Anzahlen und Orte der in der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie aktiven Lehrstühlea. (Stand: Dezember 2024)
Es spricht sehr viel dafür, dass dies nur mit der Profilierung eines definierten Fachgebiets möglich war, unterstützt von einer ärztlich aufgestellten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft – und durch wissenschaftliche Initiativen von BMBF und Robert Bosch Stiftung.
Repräsentantinnen und Repräsentanten der DGG übernehmen auch wechselweise Präsidentenfunktionen in befreundeten Fachgesellschaften. Eine Auflistung dieser Aktivitäten zeigt Tab. 8.
Tab. 8
Präsidentenfunktionen aktiver Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie in befreundeten Fachgesellschaften
Aba
DGGG
R.-M. Schütz
1987–1997
A.-K. Meyer
2002
M. Polidorib
2024
DGIM
C. Sieber
2018
U. Müller-Werdanb
2027
DGEM
C. Sieber
2010
EuGMS-Kongress Berlin
J. M. Bauer
2018
EuGMS
C. Sieber
2022
Abkürzungen s. Abkürzungsverzeichnis
a Beginn der Amtsperiode
b Aktuell Präsidentin elect
Die DGG ist weiterhin gefordert, den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Geriatrie nachhaltig zu fördern. Sowohl der Umfang als auch die Qualität der geriatrischen Forschung sind ausbaufähig. Die Zukunft des Faches wird ganz wesentlich im universitären Kontext entschieden werden.
2011 sagt der Gerontologe A. Simm dazu: „Die Verankerung [der Geriatrie; Anmerk. d. V.] wird von universitären Ausbildungsstrukturen abhängen, europäischen Standards und der Platzierung im Fächerkanon“ [118, S. 2553]. Heute fügt sich die DGG als medizinisch-wissenschaftliche Gesellschaft in die Architektur der deutschen und europäischen Fachpolitik ein – ist Glied im Fächerkanon und vertritt die deutsche Geriatrie in der Union Européenne des Médecins Spécialistes (UEMS).
Klar definiert sind auch Aufgabenspektrum und Standards der 644 geriatrischen Kliniken (476 an Krankenhäusern und 168 Reha-Kliniken), die der BVG aktuell verzeichnet [119].
Dazu kommt ein weiterer Aspekt. Aus den zunehmenden Versorgungskapazitäten und der Bildung geriatrischer Zentren „erwachsen auch neue Forschungsfragen“ (M. Meisel, U. Müller-Werdan [120]). Diese „geriatrischen Institutionen sollten in den frühen Wissenstransfer eingebunden werden …. Wir sollten dadurch in der Lage sein, auch hochkomplexe Studien … durchzuführen“ (J. M. Bauer [5, S. 646]), z. B. um „zielgerichtet molekular-medikamentöse Interventionen“ zu untersuchen (M. Denkinger, [23]).
Auf wissenschaftspolitischer Ebene verbleibt die wesentliche und aktuelle Frage nach dem Verhältnis zu Gerontologie, Psychologie, Soziologie und Biomedizin mit dem Schwerpunkt der Longevity-Forschung. Diese Fachgebiete wirken in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit, während die nur befristete Vertretung der Geriatrie im DFG-Fachkolleg aktuell ausgelaufen ist.
Politik
Die Politik hatte der DGG zu ihrem Start „Geleitschutz“ gegeben. Die DGG weist heute ein fachlich hohes Niveau auf, ist international bestens vernetzt und verfügt über hervorragende Kontakte zu den bedeutenden Wissenschaftlern der Altersmedizin. Die DGG bringt wissenschafts- und fachpolitische Expertise dort ein, wo diese erwünscht ist, wie in Tab. 9 aufgeführt. Die DGG sagt sehr deutlich, dass sie für ein wesentlich stärkeres Engagement bereitsteht. Dort, wo die Politik Exzellenz sucht, sie kann bei der DGG gefunden werden.
Tab. 9
Wissenschafts- und Politikberatung durch Repräsentanten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
Aba
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (BÄK)
W. von Renteln-Kruse
2000
H. J. Heppner
2022
BMBF
C. Sieber
Ca. 2000
W. von Renteln-Kruse
Ca. 2002
DFG
C. Sieber
2012
J. M. Bauer
2020
Leopoldina
C. Sieber
2011
Pandemierat der BÄK
J. M. Bauer
2020
STIKO
A. Kwetkat
2024
a Alle Funktionen sind auf bestimmte Zeit besetzt, die von 4 (DFG) bis 12 (Leopoldina) Jahren reichen: angegeben ist hier jeweils der Beginn der Tätigkeit
Wissensvermittlung
Den enormen Zugewinn geriatrischen Wissens hat die DGG regelmäßig jährlich über 40 Jahre in wissenschaftlichen Tagungen aufgegriffen und kritisch diskutiert (Tab. 3). Die Durchführung und Organisation von Tagungen und Kongressen sind seit jeher ein Hauptaufgabenfeld der DGG [48].
Auch beteiligt sich die DGG seit ihrer Gründung gleichberechtigt oder als Kooperationspartner an Tagungen zu Psychosomatik (H. G. Nehen), Gerontopsychiatrie, Innerer Medizin, Inkontinenz, Notfallmedizin (H. J. Heppner), Alterstraumatologie (C. Becker, R. Püllen, H. J. Heppner) u. v. a. m.
Mehrere, langjährige Mitherausgeberschaften sind zu erwähnen, wie der Zeitschriften Münchner Medizinische Wochenschrift (MMW; T. Nikolaus, C. Sieber, H. J. Heppner), Deutsche Medizinische Wochenschrift (DMW; C. Sieber, O. Krause, M. Polidori; [121]) u. v. a. m.
Die DGG hat von Anfang an ein eigenes wissenschaftliches Publikationsorgan sowie weitere Zeitschriften und Periodika unterhalten (Tab. 4). Die Neuaufstellung mit der ZGG 2011 ist anerkanntermaßen gelungen [122, 123].
In der Fortbildung hat es die DGG durchgehend verstanden, je nach zeitlicher Epoche die jeweiligen Zielgruppen auf dem höchsten Stand medialer und pädagogischer Technik zu erreichen (Tab. 4 und 5), aktuell z. B. als Webinar: https://www.dggeriatrie.dgg/webinare.
Jede geriatrische Klinikabteilung trägt flächendeckend in ihrer eigenen Region Wissen in die Breite mit: Sprechstunden, Vorträgen, Seminaren, Workshops etc.
Facharztanerkennung
Eine der ursprünglichen Zielsetzungen der DGG ist heute noch nicht erreicht: die Facharztanerkennung.
1992 wird zwar eine Zusatz-WB Geriatrie eingeführt. Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die diese erwerben, wächst enorm und drückt den Wunsch nach geriatrischer Qualifikation aus. Allerdings sind Zugangsvoraussetzungen und inhaltliche Spezifikationen je nach Landesärztekammer extrem unterschiedlich – ohne definiertes fachliches Niveau – ausgestaltet [124, 125]. Zu einer solchen „Verwässerung“ könnte die Entscheidung des Ärztetages im Mai 2025, Leipzig, die Orthopädie und Unfallchirurgie auch zur Erlangung der Zusatz-WB zu befähigen, noch mehr beitragen [23].
Mittelfristig ist es ein zentrales Anliegen, einen Facharztstatus zu erreichen. Von insgesamt 996 Geriaterinnen und Geriatern besetzen einige die aktuell 14 Lehrstühle der Geriatrie, sind viele andere auf Chef- oder Oberarztebene tätig [126], geriatrisch habilitiert, promoviert – ohne Fachärztin oder Facharzt für Geriatrie zu sein. Dies wird von den Mitgliedern der DGG als Provokation empfunden. Die Junge Geriatrie wünscht, einen Facharzt Geriatrie für die „innere Geschlossenheit und ein Gewicht nach außen“ (M. König [127, S. 597]) erwerben zu können.
Wie ist der Ist-Zustand? Über 40 Jahre war die Facharztkampagne, 16 Jahre davon von M. Meisel mit Verve betrieben, mit Ausnahme in 3 Bundesländern (Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt; [128]) erfolglos geblieben. Obwohl 2011 durch F.-J. Bartmann, WB-Beauftragter der BÄK, seinen Nachfolger H. Herrmann [48, 52] und 2013 F. U. Montgomery, BÄK-Präsident, [129] der Facharzt fest zugesichert war, haben weder die Bundesärztekammer (BÄK) in der Musterweiterbildungsordnung noch die Gremien der 17 Landesärztekammern, außer der 3 genannten, dies bisher nachvollziehen können.
Auch andere Bereiche leiden unter dem Föderalismus (Bildung, Pandemiebewältigung etc.). In der Reihe von Gründungsdaten ausgewählter Fachgesellschaften (Psychiatrie: 1842; Ophthalmologie: 1857; Rheumatologie: 1927; Geriatrie: 1985) ist die Geriatrie noch eine Pionierin. Dies sollte dazu verleiten, weiter auf allen Ebenen, v. a. in jedem einzelnen Bundesland, intensiv für den Facharzt „mit … Diplomatie, aber auch Penetranz“ (G. Kolb [53, S. 13]) zu argumentieren.
Die Innere Medizin setzt sich zuletzt klar für einen Facharzt (Schwerpunktstruktur) ein, gefördert durch das Engagement von Geriaterinnen und Geriatern in entsprechenden Ämtern (C. Sieber, U. Müller-Werdan, K. Singler: DGIM; M. Denkinger: BDI). Mit der Neurologie bestehen als tragfähig anzusehende Absprachen für eine gemeinsame Strategie zu Erreichung des Facharztes. Mit ihr entwickeln sich auch zunehmend wissenschaftliche und praktische Kooperationen [130‐132], innerhalb der DGG kommt dies zum Ausdruck: Es sind 10 % der Mitglieder, etwa 15 % Chefärztinnen und Chefärzte, und drei der 14 Lehrstühle in der Neurologie beheimatet [126].
Fragen der ärztlichen Berufsordnung besitzen in der DGG einen hohen Stellenwert; der NKLM, die Novellierung der ÄAppO durch das Bundesgesundheitsministerium und etliche Institutionen werden fachlich eng begleitet – untermauert durch europäische Daten [70, 71], die auch in die Diskussion zum Facharzt eingebracht werden. Dabei zeigt sich, dass Deutschland gerade in der Weiterbildungsfrage noch sehr deutlich nachhinkt [133].
Fach Altersmedizin
Herkömmlicherweise kann ein medizinisches Fachgebiet mit einem Organ (Herz: Kardiologie) oder einem Parameter (Rheumafaktor: Rheumatologie) in Verbindung gebracht werden. Solche sind in einem Querschnittsfach wie der Geriatrie nicht vorhanden. Geriatrisch Tätige sind gleichermaßen Basisversorger wie Supraspezialisten.
Geriatrische Expertise zeichnet sich dadurch aus, „hochkomplexe Konstellationen u. a. mithilfe von Assessment zu strukturieren“ (M. Denkinger [78]). Aktive Interventionen können daraus resultieren oder „Einhalten“, das Weglassen einer Therapie. Dieser Prozess einer Entscheidungsfindung ist anspruchsvoll, aber weniger geeignet, Altersmedizin naturwissenschaftlich zur Veranschaulichung zu bringen.
Geriatrie ist in der Klinik als Fach verankert, in Forschung, Universität sowie Lehre zunehmend vertreten, aber noch nicht auf dem Facharzt-Level.
Dies kann zu Recht als Paradoxon beklagt werden [127]. Im historischen Rückblick über die Jahrzehnte reichende Entwicklung der Geriatrie kann dies auch so gesehen werden, dass gute Chancen bestehen, mit zunehmender Etablierung des Fachs Geriatrie auch diese Lücke nach und nach im weiteren zeitlichen Abstand zu füllen. Vor allem, wenn man die allgemein bekannten Beharrungseffekte institutioneller Strukturen berücksichtigt – in Deutschland noch verstärkt durch die föderalen Entscheidungswege.
Schlussfolgerung
Die DGG hat sich im Laufe der 40 Jahre zu einer starken, international anerkannten wissenschaftlichen Fachgesellschaft entwickelt. Sie hat „viele neue Aufgaben angenommen und sehr gut gemeistert“ (H. J. Heppner [92]). Anfang/Mitte der 2010er-Jahre kommt es zu einem Schub der Professionalisierung von Organisation, Außenwirkung und wissenschaftlichem Standing (Evidenz und zusätzliche Lehrstühle). „Die DGG steht heute so gut da, wie noch nie …. Sie hat sich von einer Organisation einzelner Protagonisten zu einer Gruppe mit Führungskompetenz und wissenschaftlichem Spirit entwickelt“ (R.-J. Schulz [47].
Rückblickend hat die DGG das von R. Wirth [134] im Jahr 2022 ausgegebene Motto, „alle Mitglieder einzubinden“, in bester Weise erreicht. Organisatorisch und strukturell sind feste Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen etabliert (Lehrstühle, WfG, Junge Geriatrie, AG-Leiter, Mitglieder) – geführt von einem Vorstand mit einer nur schmalen Zahl an Verantwortlichen. Unter kritischer Würdigung haben sich diese Strukturen als effizient und krisenerprobt erwiesen.
Ebenfalls im Rückblick konnten viele Highlights in der Historie der DGG (Übergang des wissenschaftlichen Publikationsorgans in die ZGG, WfG, Lehrstuhltreffen etc.) nur nach sehr langjährigen Vor- und Zuarbeiten der Verantwortungsträger mit-, unter- und nacheinander erreicht werden. Auch das Rotationsprinzip hat sich demnach bewährt.
Die DGG ist allerdings auch eine „besondere Fachgesellschaft“ (C. Lucke [10, S. 10]). Mitarbeitende sind weiterhin gefordert: Sie benötigen persönlichen Impetus (M. Warren [135]), eine Strategie, sich mit dem Altersstereotyp auseinanderzusetzen – und Durchhaltevermögen sowie Selbstbewusstsein. „Geriaterinnen und Geriater stellen ein gutes Role Model für die Resilienz als Ärztinnen und Ärzte dar“ (C. Sieber [40]).
Karriereplanung und Junge Geriatrie besitzen daher in der DGG einen großen Stellenwert. Zwei Postgraduiertenprogramme vermitteln Fachlichkeit, Leadership, Projektmanagement und Kommunikation: European Academy for Medicine of Ageing (EAMA) seit 1995 (aktuell unterstützt durch Stipendienvergabe der DGG) und WfG (mit Vorläufer) seit dem Jahr 2023 in der DGG. Beide fördern internationale Vernetzung und persönlichen Austausch.
„Es ist im Jahr 2025 eine Freude, zu sehen, wie sich die DGG entwickelt hat, international spürt man den sehr guten Spirit besonders unter den Jungen. All denen, die dies all die Jahre – auch in manchen stürmischen Zeiten – ermöglicht haben, gilt mein ganz spezieller Dank!“ (C. Sieber [40]).
Die Gründung der DGG war ebenso wichtig wie herausfordernd. Sie ist eine immer noch vergleichsweise junge Fachgesellschaft. Sie hat die letzten 4 Jahrzehnten aber einen guten Weg von einer ehemals „ungeliebten Wissenschaft“ (I. Füsgen [136, S. 43]) über Evidenz bis hin zu Exzellenz beschritten.
„Jetzt ist es an der Zeit, das Schiff der Geriatrie durch alle Turbulenzen der Finanzierung, Fragmentierung, des Föderalismus im Gesundheitswesen und nach der Pandemie stabil auf Kurs zu halten“ (M. Denkinger [78]).
Die Geriatrie sollte ihren Weg zu einem ernst zu nehmenden, wissenschaftlich aktiven Fach weitergehen. Sie ist unverzichtbar. Denn nur sie weist das erforderliche Augenmaß auf, um den komplexen Erfordernissen älterer Menschen gerecht zu werden und ein Bollwerk gegen Pflegebedürftigkeit zu errichten. Geriatrie ist heute eigenständige Altersmedizin in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation – und künftig hoffentlich auch vermehrt in der Prävention. Es bedarf weiterhin einer klar auf diese Ziele ausgerichteten Organisation wie der DGG.
Zusammenfassung
Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) wurde 1985 gegründet, um die Geriatrie wissenschaftlich und politisch zu stärken. Aus der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie hervorgegangen, setzt sich die DGG für die Etablierung des Faches, Wissensvermittlung und einen Facharztstatus ein.
Über 4 Jahrzehnte entwickelt sich die DGG von einer Gründungsphase mit breiter Wissensvermittlung und Interessenvertretung (Phase I, 1985–2001) über die Etablierung wissenschaftlicher Evidenz und Strukturen wie Q7 im Studium (Phase II, 2002–2010), eine Professionalisierung und starken Entwicklungsschub nach einer Krise (Phase III, 2011–2019) hin zu verstärkter wissenschaftlicher Exzellenz und Positionierung, insbesondere während der Pandemie (Phase IV, ab 2020).
Zentrale Themen wie interprofessionelle Zusammenarbeit, die Implementierung umfassender Assessmentkonzepte und der Ausbau der Rehabilitation, einschließlich mobiler Angebote, prägen die Arbeit. Auch in der Alterstraumatologie und Notfallmedizin kann die geriatrische Expertise erfolgreich positioniert werden.
Gemessen an der Zahl der Betten ist die Geriatrie in Deutschland einer der wichtigsten Akteure im Krankenhaus. Geriatrie ist als Fachgebiet in der klinischen Versorgung und auch zunehmend im universitären Kontext etabliert.
Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) bietet Perspektiven für die inhaltliche Ausrichtung des Faches auf wissenschaftlicher Grundlage. Trotz bedeutender Fortschritte in Wissenschaft, Lehre (mehr Lehrstühle) und Kooperationen bleibt die Anerkennung eines eigenständigen Facharztstatus ein wichtiges, noch nicht erreichtes Gründungsziel, das weiterhin intensiv verfolgt wird, um die geriatrische Versorgung und Forschung zu stärken.
Fazit
Interprofessionelle Zusammenarbeit, Konzepte einer vernetzten Gesamtversorgung, Ausbau der Rehabilitation mit mobilen Angeboten und Assessment zur Steuerung von Prozessabläufen sind Kernkompetenzen der DGG seit ihrer Gründung im Jahr 1985.
Besondere Expertise wurde u. a. bei den Themen Ernährung mit Frailty, Sarkopenie, Sturz, Demenz, Polypharmazie, Alterstraumatologie und Notfallmedizin zusätzlich entwickelt.
Die DGG bietet Perspektiven für die inhaltliche Weiterentwicklung auf wissenschaftlicher Grundlage bei digitaler Geriatrie, KI, Geroscience, Prävention, Post-COVID u. a.
Die DGG ist nach 40 Jahren anerkannt, gefragt und international bestens vernetzt: Hier steht wissenschaftliche Exzellenz zur Verfügung.
Geriatrie ist einer der wichtigsten Akteure in der klinischen Versorgung. Sie hat sich im universitären Kontext zunehmend etabliert. Die Anerkennung eines eigenständigen Facharztstatus bleibt weiterhin vorrangiges Gründungsziel.
Danksagung
Wir danken R. Laurisch, Aey, sowie N. Meckel und T. Brinkema, medXmedia, für die Unterstützung dieser Arbeit und erinnern an W.-D. Bernard, Sekretär der DGG 1985–2004. Für die DGG stehen: 1700 Mitglieder, 300 Aktive in 24 AG, 53 Mitarbeitende an LL, 14 Lehrstühle und 5 Mitglieder im Vorstand der DGG.
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
Es bestehen keinerlei finanzielle Interessenkonflikte mit Bezug zum Thema; institutionelle Interessenkonflikte sind durch die beschriebenen Funktionen in Tab. 1 und 2 aufgeführt.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Hinweis des Verlags
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
40 Jahre Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) – gefragt, gereift, gestärkt
Geschichte der DGG unter wissenschaftlichen und fachpolitischen Aspekten
Verfasst von
PD Dr. med. W. Hofmann
S. Grund
R. Wirth
J. M. Bauer
H. J. Heppner
U. Thiem
K. Becher
P. Benzinger
K.-G. Gaßmann
M. Gosch
R. Hardt
O. Krause
G. Kolb
A. Kwetkat
M. Meisel
H.-J. Naurath
H. G. Nehen
R. Neubart
C. Lucke
D. Lüttje
R. Püllen
R.-J. Schulz
C. Sieber
K. Singler
W. Swoboda
W. Vogel
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