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24.01.2020 | #KongressPflege | Nachrichten

KAP – Regierungsvertreter ziehen erste Bilanz

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey  und Vertreter der anderen beteiligten Ministerien zogen heute in Berlin Bilanz zu den bisherigen Erfolgen der Konzertierten Aktion Pflege (KAP).  Viele Maßnahmen müssten erst noch greifen, betonten sie und warben um Geduld.

Kongress Pflege © Andreas Gora

Die Konzertierte Aktion Pflege (KAP) hatte im vergangenen Jahr ein Maßnahmenpaket beschlossen, das die Situation in der Pflege mittel- und langfristig verbessern soll. „Wir haben sehr viel gearbeitet und auf den Weg gebracht, um weiterzukommen“, erklärte Giffey heute anlässlich der Eröffnung des Kongresses Pflege 2020 in Berlin.

Die beteiligten Ministerien hätten zusammen mit den Partnerorganisationen Hunderte von Einzelmaßnahmen verabschiedet. Viele müssten ihre volle Wirkung erst noch entfalten.  Die Ministerin zeigte Verständnis für Pflegende, die am Patientenbett noch keine Verbesserung ihrer Arbeitssituation spüren. „Wir sehen, dass sich perspektivisch etwas ändert“ erklärte Giffey und warb um Geduld. Die richtigen Weichen seien gestellt.

Bis 2030 rechnet die Bundesregierung mit 4,6 Millionen Pflegebedürftigen. „Das sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen“, so Giffey, die dieser Entwicklung aktuelle Zahlen zur Personalsituation in der Pflege gegenüberstellte. So kämen derzeit  auf 100 freie Stellen in der Altenpflege nur 27 Bewerber. „Das heißt, wir müssen richtig ran“.

Einen wichtigen Schritt sieht die Ministerin im Start der neuen Pflegeausbildung, die den Pflegeberuf auch mit besseren Karrieremöglichkeiten attraktiver machen soll. Die Ausbildungsvergütung von rund 1.000 Euro trage zudem dazu bei, dass es sich nun jeder „leisten könne“,  einen Pflegeberuf zu ergreifen. Auch die von ihr gestartete Öffentlichkeitskampagne „Mach Karriere als Mensch“ wirbt bundesweit für die neue Pflegeausbildung.

Um die Personalsituation in der Pflege zu verbessern, werde an vielen Stellschrauben gedreht.  „Es geht darum, Fachkräfte zu gewinnen, sie zu halten, aber auch zurückzugewinnen“,  bekräftigte die Ministerin.

Bessere Rahmenbedingungen, bessere Löhne

Auch der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus will Pflegekräfte, die ihrem Beruf den Rücken gekehrt haben, zurückgewinnen. Die Pflege Come Back-Studie habe gezeigt, dass 48% dieser Pflegekräfte unter besseren Rahmenbedingungen dazu bereit wären. „Wenn die Rahmenbedingungen so wichtig sind, dann zeigt sich, wo die Prioritäten der Politik gesetzt werden müssen“, erklärte Westerfellhaus.

Zu besseren Rahmenbedingungen gehört nach Auffassung von Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit,  auch eine „vernünftige“ Bezahlung. Grundlage dafür sei das neue Pflegelöhne-Verbesserungsgesetz, das am 1. Januar in Kraft getreten ist. Böhning zeigte sich überzeugt, dass es bald gelingen wird, zu einer guten Lösung zu gelangen. „Die Menschen in der Pflege sollten nicht für ein Lächeln arbeiten, sondern auch anständig bezahlt werden“, erklärte er. Das sei ein Gebot von Respekt und Würde.  

Jahr der Pflegenden muss zur Trendwende werden

Auch der Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), Franz Wagner, betonte, dass es „natürlich die Arbeitsbedingungen“ seien, die darüber entscheiden, ob es künftig gelingen wird, das Ruder herumzureißen. Die Profession brauche glaubwürdige und verlässliche Zusagen von Politik und Kostenträgern, dass sich etwas bewegt und entsprechende „Zielvorgaben“. 2020, das „Jahr der Pflegenden und Hebammen“ müsse zur Trendwende für die Profession werden. (ne).

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