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20.04.2018 | #IntGeKo | Nachrichten

Patientenversorgung „neu“ denken

Wie gelingt eine gute Patientenversorgung angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft? Auf dem 6. Interprofessionellen Gesundheitskongress in Dresden hielt Michael Junge ein flammendes Plädoyer für die interprofessionelle Zusammenarbeit.

#IntGeKo2018

Ohne die Zusammenarbeit der verschiedenen Professionen sei keine gute Patientenversorgung möglich, erklärte der Vorsitzende des Sächsischen Pflegerates und forderte dazu auf, die Patientenversorgung „neu zu denken.“ In der Praxis würde die Zusammenarbeit der Berufsgruppen im Gesundheitswesen heute bereits an vielen Stellen besser gelingen als in den Köpfen mancher Beteiligten. Daher gelte es, erfolgreiche Praxisbeispiele in die Fläche zu tragen. Aus Sicht von Junge ist das Motto des Kongresses „Viele Professionen – ein Patient!“ eine Vision, die es mit Leben zu füllen gilt.

„Die Zusammenarbeit der Berufsgruppen im Gesundheitswesen wird das Zukunftsthema“, erklärte Junge. Eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Patientenversorgung sieht er in gemeinsamen Ausbildungsabschnitten und Fortbildungen für Ärzte und Pflegende. Er zeigte sich davon überzeugt, dass von dem Kongress wichtige Impulse für die Versorgungspraxis ausgehen. Letztlich gehe es darum zu klären, wer, wann die entsprechende Leistung für den Patienten am besten erbringt.

Zusammenarbeit als Gebot der Stunde

Auch die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch, bekräftigte in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit. Der demographische Wandel sei in der Gesundheitsbranche besonders sichtbar: „Nicht nur die Patienten werden immer älter, sondern auch die Beschäftigten.“ Die Branche befinde sich im Wandel. „Interprofessionelle Zusammenarbeit ist daher das Gebot der Stunde“, erklärte Klepsch vor den 800 Kongressteilnehmern.

Positiv wertete die Ministerin den regen Zuspruch des angegliederten Schülertags mit mehr als 400 Auszubildenden in der Pflege. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels habe Sachsen in den vergangenen Jahren die Ausbildungszahlen stetig erhöht. „Die Auszubildenden sind unsere Zukunft“, betonte Klepsch. „Wir brauchen jeden, der ausgebildet wird und müssen alles tun, damit sie in Sachsen und in ihrem Beruf bleiben.“ Zu viele sächsische Azubis würden später in andere Bundesländer abwandern, erklärte Klepsch und appellierte an die Arbeitgeber für eine angemessene Vergütung der Beschäftigten und bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Klepsch verwies weiterhin auf die Bemühungen des Freistaats, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben. Dennoch gehe es immer um Menschen und die Zusammenarbeit der Professionen. Der Kongress sei dafür eine wichtige Plattform.

Der 6. Interprofessionelle Gesundheitskongress wird ausgerichtet von Springer Pflege und Springer Medizin. Rund 800 Pflegefachkräfte, Ärztinnen und Ärzte, Medizinische Fachangestellte sowie Mitarbeiter anderer Gesundheitsberufe nehmen daran teil. Zwei Tage lang stehen Themen wie interprofessionelle Aus- und Fortbildung, sektorenübergreifende Versorgung oder Digitalisierung im Fokus der Diskussion. Erstmalig ist auch der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst mit einem eigenen Programmblock an dem Kongress beteiligt.

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