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19.05.2021 | #IntGeKo | Nachrichten

Innovationspreis: Ideencafé in der Notaufnahme

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Steigende Patientenzahlen, überlastetes Personal, Beschwerden, Kündigungen: Um Prozesse und Abläufe zu optimieren setzen viele Unternehmen auf externe Berater. Die Zentrale Notaufnahme Süd am Klinikum Nürnberg ging einen anderen Weg und wird für ihr Projekt jetzt ausgezeichnet.

Innovationspreis 2021 © Springer Pflege

Alle 70 Mitarbeitenden – von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt – entwickelten in einem „Ideencafé“ Lösungsmöglichkeiten für die Herausforderungen des Klinikalltags. „Eine Fülle von Wissen und Ideen ist im Personal verankert, das vor Ort arbeitet und am besten weiß, was im Klinikalltag nötig und möglich ist“, sagt Mirjam Häfner, stellvertretende Stationsleitung und Leiterin des Projekts „Impulse für Quittendenker“. Das Projekt ist Gewinner des Innovationspreises 2021 für interprofessionelle Projekte im Gesundheitswesen, der vom Springer Medizin Verlag vergeben wird.

Beteiligt an dem Ideencafé waren Pflegefachkräfte, Personen mit internistischer, chirurgischer, neurologischer und seelsorgerischer Expertise, Medizinische Fachangestellte, Reinigungs- und Hausservice, Auszubildende, Pflegehelfer, Verwaltungsfachkräfte und Notfallsanitäter*innen. Deren Ideen haben Studierende im Masterstudium BWL der TH Nürnberg unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Sabine Brunner im Jahr 2016 gesammelt, ausgewertet und präsentiert.

Viele Ideen bereits umgesetzt

„Es ist sinnvoll, in ein solches Projekt zum Beispiel auch Mitarbeitende des Haus- und Reinigungsservice einzubeziehen, die durch Bestellung von Material und Aufbereitung der Untersuchungsbereiche einen wichtigen Beitrag zur Versorgung leisten“, berichtet Mirjam Häfner. Bis heute wird die Fülle an Ideen aus dem gemeinsamen Projekt der Reihe nach umgesetzt. So ist etwa eine Bereitschaftspraxis im Haus entstanden, um die Notfallaufnahme von Patienten mit Bagatellerkrankungen zu entlasten. Es wurden zusätzliche Pflegehelfer*innen eingestellt und die Seelsorge mit Burnout-Projekten und Rufdienst stärker eingebunden.

Projektleiterin Häfner schwört auf den Bottom-up-Ansatz: „Es hat uns einen enormen Aufschwung gegeben. Und es ist so viel Begeisterung und Miteinander entstanden, wir sind heute ein richtig tolles Team“ berichtet sie. Es sei gelungen, in der Notaufnahme des Klinikums Nürnberg Süd flache Hierarchien zu entwickeln, in denen die Berufsgruppen im interprofessionellen Setting die Herausforderungen des Klinikalltags gemeinsam bewältigen. Übrigens: Der ungewöhnliche Name des Projekts leitet sich von der säuerlichen, harten Quitten-Frucht ab. Gekocht wird sie zu einer wohlschmeckenden, gesunden Delikatesse. „Genau diesen Wandlungsprozess wollten wir erreichen. Es ist uns geglückt“, freut sich Häfner.

Preisverleihung auf dem #IntGeKo

Die Verleihung des Innovationspreises findet im Rahmen des 8. Interprofessionellen Gesundheitskongresses statt, der vom 17. Bis 25. Juni online stattfindet.  Häfner und ihr Team stellen das Projekt am 21. Juni 2021 im Rahmen eines Live-Webinars vor.

Innovationspreis
Der Springer Medizin Verlag vergibt den Innovationspreis für interprofessionelle Projekte im Gesundheitswesen dieses Jahr zum zweiten Mal. Das Gewinnerteam erhält ein Medienpaket im Wert von 20.000 Euro, einen Geldpreis in Höhe von 2.000 Euro sowie die Möglichkeit, ein Jahr lang im Fachbeirat des Interprofessionellen Gesundheitskongresses mitzuwirken. Auch im kommenden Jahr wird der Innovationspreis verliehen. Die Ausschreibung für 2022 erfolgt gegen Ende des Jahres.


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