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02.11.2018 | #GeKo | Nachrichten

Imagepflege für die Krankenpflege

„Pflege zeigt Charakter“ – mit einer Imagekampagne wirbt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein seit eineinhalb Jahren um Mitarbeiter. Erfolgreich. Das Interesse an offenen Stellen und Ausbildungsplätzen ist deutlich gestiegen.

Drei Mitarbeiter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) sehen fast täglich ihre eigenen Gesichter – auf Dienstwagen, in der Zeitung, auf der Werbebande beim Handballspiel. Die Gesundheits- und Krankenpfleger des UKSH machen damit selbstbewusst Werbung für ihren Beruf und für ihr Unternehmen, im Rahmen der Image-Kampagne ‚Pflege zeigt Charakter‘. „Wir wollen damit der Kampagne ‚Pflege am Boden’ etwas entgegensetzen“, betont Sabine Richter, pflegerische Direktorin am UKSH, Campus Kiel. „Unsere Pflegefachkräfte haben trotz angespannter Arbeitssituation und Fachkräftemangel keinen Grund, sich auf den Boden zu legen. Sie lieben ihren Beruf, haben viele Fortbildungsangebote und gute Karrieremöglichkeiten.“ Auf dem 16. Gesundheitspflege-Kongress, der heute beginnt, stellt die Pflegedirektorin die Kampagne des Universitätsklinikums vor, zusammen mit einer Mitarbeiterin, die sich als Imageträgerin zur Verfügung gestellt hat.

Anerkennung statt Mitleid

Pflegedirektorin Richter kritisiert die bundesweite Flashmob-Kampagne ‚Pflege am Boden‘, die 2013 initiiert wurde und bei der sich Pflegende und Unterstützer an zentralen Orten für zehn Minuten auf den Asphalt legen, um auf die Missstände in der Pflege aufmerksam zu machen. „Das erzeugt nur Mitleid, aber keine Anerkennung – das Image unseres Berufes ist seitdem gesunken. Bewerber auf offene Stellen finden wir auf diese Weise bestimmt nicht.“ Die Kampagne ‚Pflege zeigt Charakter‘, die vor eineinhalb Jahren initiiert wurde, hat dagegen Erfolg: „Wir bekommen deutlich mehr Anfragen auf offene Stellen und Ausbildungsplätze als vorher“, berichtet die Pflegedirektorin. Im Oktober wurde ‚Pflege zeigt Charakter‘ mit dem KU-Award ‚Employer Marketing‘ im Rahmen des KU Management-Kongresses ausgezeichnet. Das Universitätsklinikum begleitet die Image-Kampagne mit vielen Maßnahmen für ihre Mitarbeiter: So werden zum Beispiel Fort- und Weiterbildungsangebote zu 100 Prozent finanziert und das betriebliche Gesundheitsmanagement ausgebaut.

Motivationskick für Pflegekräfte

Proud to be a Nurse und Proud to become a Nurse: Selbstbewusste Pflege ist ein Schlaglicht des 16. Gesundheitspflege-Kongresses. Das scheint nicht selbstverständlich zu sein, immerhin schätzen laut Umfragen rund die Hälfte der Pflegenden ihren Beruf negativ ein. Wie müssen Kampagnen aussehen, um das Image nach innen und außen zu verändern? Was kann Pflegekräften einen Motivationskick geben? Wie können sie die Rahmenbedingungen verändern? Und wie sieht gesunde Führung in bewegten Zeiten aus?

70 Referenten werden sich mit rund 1.000 Teilnehmern an zwei Kongresstagen über diese Themen austauschen. Eröffnet wird der Kongress von Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg, sowie von Irene Maier, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerates. Das UKSH ist neben weiteren großen Kliniken der Region sowie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Kooperationspartner des Kongresses, der von Springer Pflege veranstaltet wird. Hauptsponsor ist wie in den Vorjahren auch das forschende Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb.