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01.11.2019 | #GeKo | Nachrichten

Imagekampagne: Authentische Pflegekräfte werben für ihren Beruf

In Hamburg ist heute der 17. Gesundheitspflegekongress gestartet. Dabei machten die Eröffnungsredner einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, die Rahmenbedingungen in der Pflege konsequent zu verbessern.

Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz © Dominik Reipka

Kurze Schnitte, authentische Bilder und jede Menge engagierte Pflegekräfte in allen Bereichen des vielseitigen Berufs – bei der Eröffnung des Kongresses mit mehr als 1.000 Teilnehmern präsentierte die Hamburger Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Cornelia Prüfer-Storck, den Imagefilm „Das ist Pflege“. Damit will der Senat mit den Hamburger Kliniken und weiteren Partnern die Einführung der neuen Pflegeausbildung ab 2020 begleiten.

„Authentische Pflegekräfte werben hier aus voller Überzeugung für ihren Beruf, so Prüfer-Storcks. Schon jetzt seien für das erste Jahr der generalistischen Ausbildung 1.400 Plätze von den Einrichtungen angemeldet worden. Bereits in den vergangenen Jahren sei es in Hamburg mit Maßnahmen wie einer Umlagenfinanzierung gelungen, die Zahl der Auszubildenden insbesondere in der Altenpflege um rund 30% zu steigern. „Das zeigt deutlich, dass der Pflegeberuf nicht unbeliebt ist“, stellte Prüfer-Storcks fest. Problematisch seien vielmehr die hohen Abbrecherzahlen und das Ausscheiden aus dem Beruf. Mit Verweis auf die Pflege-Comeback-Studie erklärte sie, wie wichtig es sei, an den Arbeitsbedingungen in der Pflege anzusetzen und für mehr „Kolleginnen und Kollegen“ zu sorgen.

Prüfer-Storcks bedauerte, dass das Image der Pflege bei Außenstehenden deutlich schlechter sei als in der Realität. Mit der Hamburger Allianz für die Pflege wolle man für mehr Transparenz und ein realistischeres Bild sorgen. Ein Online-Portal ermögliche beispielsweise die Vergleichbarkeit der Arbeitsbedingungen bei den um Arbeitskräfte konkurrierenden Einrichtungen. Prüfer-Storcks begrüßte weiterhin, dass der Bundestag mit dem Pflegelöhne-Verbesserungsgesetz die Weichen für eine bessere Bezahlung in den Pflegeberufen gestellt hat.

Die Senatorin verteidigte zudem die Pflegepersonaluntergrenzen als wichtigen Schritt, der bereits deutliche Wirkung zeige. Mittlerweile würden in der Hansestadt fast alle Häuser die Untergrenzen einhalten. Jetzt sei entscheidend, ein bedarfsorientiertes Personalbemessungsinstrument zu entwickeln.

Personalbemessung – Interimslösung kommt im Dezember

„Wir brauchen ein am Pflegebedarf orientiertes Personalbemessungsinstrument“, erklärte auch DPR-Präsident Franz Wagner und kündigte für Dezember eine Interimslösung an, an der der DPR, die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Krankenhausgesellschaft arbeiten. Mittelfristig wolle man dann ein umfassendes Instrument entwickeln, was aber mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde. Aus Sicht von Wagner sind die Personaluntergrenzen per se nicht falsch, hätten aber nichts mit Qualität zu tun.

Wagner kritisierte, dass viele Diskussionen heute zu sehr quantitativ geprägt seien: „Wir müssen aber auch auf die Qualität schauen“. Handlungsbedarf sieht Wagner dabei auch bei der Qualität der Ausbildung. „Wir müssen alles tun, damit die Pflegeschüler eine gute Ausbildung erhalten.“ Die hochschulische Ausbildung dürfe dabei nicht benachteiligt werden.

Wagner verwies auf den hohen Handlungsdruck in der Pflege: „Immer mehr Menschen haben heute Probleme, eine Versorgung zu finden“. Damit würden sie Effekte spüren, die durch den lange absehbaren Personalmangel in der Pflege verursacht seien. Die Rahmenbedingungen für Veränderungsprozesse im Gesundheitswesen seien jedoch insgesamt schwierig: „Revolutionen sind in einem solchen System ausgeschlossen.“ Aber manchmal bräuchte es eine kleine Revolution.  (ne)